Coronavirus - FAQ zur Durchführung der PRüfungen

Prüfungen und Ausbildungen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie betreffen viele Ausbildungsbetriebe, Auszubildende und Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer. Hier erhalten Sie die häufigsten Fragen und Antworten zur Durchführung der IHK-Prüfungen in der Aus- und Fortbildung sowie zu den Auswirkungen auf die betriebliche Ausbildung.
- Hotline kaufmännische Ausbildung: 0251 707-115
- Hotline industriell-technische Ausbildung: 0251 707-170
- Hotline Fortbildungsprüfungen: 0251 707-180

Aktuelles

17.03.2021 | 13:06 Uhr
Das Bundeskabinett hat am 17.03.2021 die Verlängerung und Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ gebilligt. Ausbildungs- und Übernahmeprämien werden verdoppelt. Die Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit und die Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung werden verbessert. Ein Sonderzuschuss hilft Kleinstunternehmen. Kosten für externe Vorbereitungskurse werden anteilig übernommen. Die Förderung einer Auftrags- oder Verbundausbildung wird attraktiver. Weitere Informationen
16.03.2021 | 09:41 Uhr
Auf Initiative der nordrhein-westfälischen IHKs haben verschiedene Anbieter von E-Learning-Angeboten bestimmte Online-Trainingsprogramme  in ausgewählten Berufen in Ergänzung zur regulären Prüfungsvorbereitung bis zum 19. Mai freigeschaltet. Die Ausbildungsbetriebe müssen ihre Auszubildenden lediglich im jeweiligen Angebot registrieren. Der zentrale Zugang zu den kostenfreien Angeboten läuft über www.ihk-nrw.de/pruefungsfit.
12.03.2021 | 15:17 Uhr
Die Prüfungsorganisation in der Aus- und Weiterbildung bedeutet in Corona-Zeiten für alle Beteiligten Stress, Improvisation und vor allem Kommunikation. Beispielhaft für alle IHKs berichten Andreas Brochtrup, Teamleiter kaufmännische Ausbildung, und Stefan Brüggemann, Teamleiter Fortbildungsprüfungen, der IHK Nord Westfalen im Interview von Herausforderungen und Lehren im pandemischen Prüfungsalltag.
19.02.2021 | 16:15 Uhr
Nach der aktuellen Coronaschutzverordnung besteht die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske (z. B. OP-Maske, FFP2, KN95/N95) auch bei Prüfungen. Dies ist unabhängig von der Einhaltung eines Mindestabstands. Auch eine Impfung oder ein negativer Test befreit nicht von der Maskenpflicht.

IHK-Mitarbeiter erklären

Kurzarbeit, Home Office für Auszubildende oder Ausbildungsnachweise über die IHK-APP pflegen: IHK-Teamleiter Stefan Brüggemann beantwortet in diesem Video häufig gestellte Fragen zum Thema Ausbildung in Zeiten der Corona-Pandemie. 
IHK-Service für Unternehmen
Das Coronavirus betrifft immer mehr Unternehmen: Wie gehen Betriebe mit der Pandemie im Unternehmen um? Was tun, wenn Arbeit ausfällt? Wie funktioniert Kurzarbeit? Gibt es Förderung in Notlagen? Wie sieht es im Reiserecht und Vertragsrecht aus? Hier bekommen Sie Antworten.

Informationen zu den Prüfungen

Alle anstehenden Prüfungen in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung finden wie geplant statt.
Die Prüfungsorganisation in der Aus- und Weiterbildung bedeutet in Corona-Zeiten für alle Beteiligten Stress, Improvisation und vor allem Kommunikation. Beispielhaft für alle IHKs berichten Andreas Brochtrup, Teamleiter kaufmännische Ausbildung, und Stefan Brüggemann, Teamleiter Fortbildungsprüfungen, der IHK Nord Westfalen im Interview von Herausforderungen und Lehren im pandemischen Prüfungsalltag.

Zwischenprüfung
  • 24. Februar 2021 (kaufmännisch)
  • 17. und 18. März 2021(industriell-technisch)
Abschlussprüfung Teil 1
  • 4. Mai 2021 (kaufmännisch)
  • 16. und 17. März 2021 (industriell-technisch)
Abschlussprüfung | Abschlussprüfung Teil 2
  • 4. und 5. Mai 2021 (kaufmännisch)
  • 18. und 19. Mai 2021 (industriell-technisch)
Fortbildungs- und Sachkundeprüfungen
Alle Fortbildungs- und Sachkundeprüfungen finden nach jetzigem Stand statt. Die Prüfungstermine finden Sie hier.

Sofern Sie die Prüfung zu einem späteren Zeitpunkt ablegen wollen, denken Sie bitte daran, sich unter www.ihk-nordwestfalen.de/pruefungsanmeldung zum gewünschten Prüfungstermin anzumelden.

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Welche Vorsichts- und Hygienemaßnahmen trifft die IHK?

Für die Prüfungen werden besondere Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit der Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer, der Aufsichten sowie der Prüferinnen und Prüfer zu schützen. Informationen zu den Hygiene- und Verhaltenshinweisen erhalten Sie hier.
© IHK Nord Westfalen

Muss ich während der Prüfung eine Maske tragen?

Während der schriftlichen und bei mündlichen oder praktischen Prüfungen ist das Tragen einer medizinischen Maske (OP-Masken oder Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2) nach der aktuellen Coronaschutzverordnung grundsätzlich Pflicht. Diese sind von den Prüfungsteilnehmer/-innen selbst mitzubringen.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist auch während der Prüfung verpflichtend. Unabhängig ob der Mindestabstand eingehalten werden kann. Auch eine Impfung oder ein negativer Test befreit nicht von der Maskenpflicht.

Sollte sich auf Grund von gesetzlichen Regelungen eine Verschärfung der Maskenpflicht ergeben, können Sie dies tagesaktuell dieser Seite entnehmen.

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Was kann ich als Prüfungsteilnehmer tun?

Halten Sie sich vor den anstehenden Prüfungen an alle behördlichen Vorgaben und beschränken Sie mindestens zwei Wochen vor dem Prüfungstermin Ihre Kontakte eigenverantwortlich so, dass ein Infektions- und Quarantäne-Risiko minimiert und eine Teilnahme an der Prüfung nicht in Frage gestellt wird.

Informationen zu den Hygiene- und Verhaltenshinweisen erhalten Sie hier.

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Was tue ich, wenn ich zur Prüfung am Coronavirus erkrankt bin?

Wenn Sie zum Prüfungstermin am Coronavirus erkrankt sind, dürfen Sie nicht an der Prüfung teilnehmen. Dies stellt in der Regel einen Rücktritt mit wichtigem Grund dar. Wichtig ist, dass Sie unverzüglich der IHK die Nichtteilnahme mitteilen müssen (per E-Mail) und den wichtigen Grund (Erkrankung) durch Vorlage eines ärztlichen Attestes nachweisen müssen.

Das Gleiche gilt, wenn Sie wegen des Verdachts einer Erkrankung am Coronavirus unter Quarantäne gestellt werden. In diesem Fall dürfen Sie nicht an der Prüfung teilnehmen, wenn die Prüfung in den Zeitraum der Quarantäne fällt. Auch das ist ein Rücktritt mit wichtigem Grund, den Sie bitte unverzüglich unter Beifügung geeigneter Nachweise (zum Beispiel Bescheinigung vom Gesundheitsamt) der IHK Nord Westfalen mitteilen (per E-Mail). In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.

Sollten Sie an der Prüfung aus wichtigem Grund nicht teilnehmen, können Sie zum nächstmöglichen Termin (in der Regel sechs Monate später) an der Prüfung teilnehmen.

Wie wirken sich Fehlzeiten auf die Zulassung zur Prüfung aus?

Bei der „freien“ Zeit handelt es sich um Fehlzeiten, die für die Zulassung zur Abschlussprüfung grundsätzlich relevant (§ 43 Absatz 1 BBiG) sind. Unerheblich für die Bewertung der Fehlzeit ist, ob, wie im vorliegenden Fall, der Auszubildende die Fehlzeit zu vertreten hat. Im Rahmen der Zulassung zur Abschlussprüfung erfolgt eine Bewertung der IHK, ob die Höhe der Fehlzeiten noch vertretbar ist. Sowohl Fehlzeiten im Betrieb als auch in der Berufsschule sind zu berücksichtigen.

Fehlzeiten können noch als geringfügig eingeschätzt werden, wenn sie den Ausbildungserfolg nicht gefährden, weil der Auszubildende trotz der vielen Fehltage den für die Erreichung des Ausbildungsziels erforderlichen Leistungsstand hat. Generell gilt, dass bei der Beurteilung der Fehlzeiten immer auf die Umstände des Einzelfalls abzustellen ist. Unterbrechungen von mehreren Wochen führen also nicht automatisch zu einer Verlängerung der Ausbildungszeit.

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Meine Projektarbeit ist betrieblich nicht durchführbar: Was kann ich tun?

Ist das Projekt auch weitestgehend theoretisch durchzuführen, so kann in dieser Ausnahmesituation auf eine tatsächliche Realisierung des Projektes verzichtet werden. Die Abweichung vom Antrag muss in der Dokumentation beschrieben werden und vorab durch eine entsprechende Bestätigung des Betriebs der IHK nachgewiesen werden.

Bitte wenden Sie bei Fragen an Ihren verantwortlichen IHK-Ansprechpartner/-in.

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Verlängert sich die Ausbildungszeit, wenn die Prüfung verschoben wird?

Nein, die Ausbildungszeit verlängert sich nicht automatisch. Das Berufsausbildungsverhältnis endet nach § 21 Absatz 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG) mit Erreichen des vertraglich vereinbarten Ausbildungsendes, auch wenn die Abschlussprüfung noch nicht abgelegt ist.
Beispiel: Findet die mündliche Prüfung nach dem Ausbildungsende am 08.02.2021 statt, endet die Ausbildung mit dem Ablauf des Ausbildungsvertrages am 31.01.2021.
Eine Verlängerung der Ausbildung über die nach dem Ausbildungsvertrag vorgesehene Ausbildungsdauer hinaus durch vertragliche Vereinbarung sieht das Berufsbildungsgesetz nicht vor.

Die IHK kann nach § 8 Absatz 2 BBiG auf Antrag Auszubildender die Ausbildungsdauer verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Diese kann bei einer längeren Corona-bedingten Ausfallzeit der Berufsausbildung im Betrieb oder in der Berufsschule durchaus der Fall sein.

Erforderlich ist dies, wenn der Auszubildende für die Prüfung ...
  • eine betriebliche Projektarbeit durchführen muss, die aufgrund der aktuellen Situation noch nicht durchgeführt werden konnte
  • der Betrieb im erheblichen Maß Materialien (zum Beispiel Schaltschrank) für die praktische Prüfung zur Verfügung stellen muss
  • die praktische Prüfung im Ausbildungsbetrieb durchgeführt werden muss.
In diesen Fällen wird die IHK grundsätzlich dem Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit stattgeben. Der Antrag auf Verlängerung kann im Online-Portal gestellt werden.

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Informationen zur Ausbildung

Muss der Auszubildende in den Ausbildungsbetrieb, wenn die Berufsschule geschlossen hat?

Wird der Unterricht nicht anderweitig (zum Beispiel durch Lernplattform, Cloud, E-Mails, elektronische Hausaufgaben, Telefon-Hotlines mit den Lehrern etc.) aufrechterhalten, muss der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern er nicht unter Quarantäne gestellt ist oder der Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden vorgibt, den Betrieb nicht zu betreten.

Der Betrieb sollte die ausgefallene Berufsschulzeit dazu nutzen, seinen Auszubildenden Gelegenheit zu geben, sich mit Hilfe von Lehrbüchern, Arbeitsblättern, Lernplattformen, Cloud-Lösungen oder anderen Medien den anstehenden Lernstoff anzueignen bzw. sich auf die schriftlichen Prüfungen vorzubereiten.
Wenn die Berufsschule Lernformate anbietet, die auch ohne Anwesenheit in der Schule möglich sind, muss der Betrieb dem Auszubildenden die Zeit einräumen, sich mit Hilfe dieser Formate den Lerninhalt anzueignen. Dies beugt auch einer durch die Versäumung der Unterrichtsinhalte eventuell erforderlichen Verlängerung des Ausbildungsverhältnisses vor.
Der zeitliche Umfang hierfür ist so zu bemessen, dass er dem Freistellungszeitraum für die Teilnahme am Berufsschulunterricht nach § 15 Absatz 1 Nr. 1 BBiG entspricht. Dies gilt auch für die Teilnahme am Distanzunterricht („Berufsschulunterricht“).

Darf ein Auszubildender von der Ausbildung fernbleiben?

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises oder die Bearbeitung von Aufgaben für die Berufsschule) zu Hause zu erlauben.
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© BZgA

Ist “Homeoffice” für Auszubildende möglich?

Grundsätzlich sollten Auszubildende nicht im Homeoffice bzw. mobil arbeiten. Aus § 14 Absatz 1 Nummer 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG) ergibt sich, dass der Ausbildende den Auszubildenden selbst auszubilden hat oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen hat. Diese Person muss überwiegend in der Ausbildungsstätte anwesend sein, damit er den Auszubildenden ordnungsgemäß anleiten und seine Arbeitsergebnisse kontrollieren kann. Dies ist in der Regel jedoch dann nicht möglich, wenn der Auszubildende im Homeoffice arbeitet.

Aufgrund der derzeitigen Situation ist es vertretbar, ausnahmsweise Homeoffice auch für Auszubildende zuzulassen,  wenn Sie dies betrieblich ermöglichen können. Homeoffice oder mobiles Arbeiten ohne Anwesenheit einer Ausbilderin oder eines Ausbilders ist aber grundsätzlich keine Dauerlösung. Das mobile Arbeiten sollte auch nur für das Vertiefen von bereits erworbenen Ausbildungsinhalten angewendet werden und muss durch Ausbilder/-innen oder Ausbildungsbeauftragte kontrolliert werden. Der Ausbildungsnachweis muss weiterhin geführt werden.
Tipp der IHK: Halten Sie Kontakt mit den Auszubildenden und kommunizieren miteinander, etwa darüber, wie sich die Arbeitsfortschritte gestalten. Dies kann beispielsweise funktionieren, wenn der Ausbilder die Arbeitsfortschritte per E-Mail, Chatfunktion oder per Videotelefonie begleiten kann und als Ansprechpartner/-in zur Verfügung steht.

Eine enge Begleitung meint aber nicht Kontrolle: Sehen Sie Ihre Rolle als Lernprozessbegleiter/-in und bieten Sie bei Schwierigkeiten Ihre Unterstützung an. 
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Kann der Auszubildende in den Urlaub geschickt werden?

Auszubildende können nicht pauschal in “Zwangsurlaub” geschickt werden. Urlaub muss der Auszubildende beantragen und er kann in der Regel nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden. Der Auszubildende selbst oder auch der Betriebsrat können eine Vereinbarung mit der Unternehmensleitung treffen. Hier zählt der Einzelfall.

Betriebsurlaub kann vom Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts grundsätzlich angeordnet werden. Allerdings nicht nur für Auszubildende. Es muss sich dann um eine generelle Regelung für den gesamten Ausbildungsbetrieb oder zumindest für organisatorisch klar abgegrenzte Betriebsteile handeln, auf die sich die betriebliche Sondersituation auswirkt.
Tipp der IHK: Sprechen Sie mit Ihrem Auszubildenden über die Situation und versuchen eine für beide Seiten passende Lösung zu finden. 

Sie können die regelmäßige Arbeitszeit auch um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die Ausbildungsvergütung kann entsprechend gekürzt werden (Teilzeitberufsausbildung nach § 7a BBiG). Die gekürzte Ausbildungszeit verlängert die Ausbildung entsprechend.

Kann der Auszubildende Minusstunden sammeln?

Nein, denn Minusstunden bei Auszubildenden können nur im Rahmen des JArbSchG bzw. des Arbeitszeitgesetzes wieder aufgeholt werden. Um aufzuholen, müssen aber Überstunden geleistet werden, welche dann wieder in Freizeit auszugleichen oder abzugelten sind. Außerdem müssten dann während der Überstunden auch wieder die Ausbilder oder Ausbildungsbeauftragten anwesend sein. Hinzu kommt noch, dass Auszubildende momentan auch nicht in die Berufsschule können, von dort aber mit Aufgaben versorgt werden. Insofern erbringen Ausbildende also auch zuhause Ausbildungszeit, wenn sie die Aufgaben der Berufsschule erledigen. Selbst wenn der Betrieb also stillgelegt ist, kommt der Azubi zumindest teilweise seiner Verpflichtung aus dem Ausbildungsvertrag nach.

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Darf der Auszubildende freigestellt werden?

Eine Freistellung von der Ausbildung verstößt immer – ob bezahlt oder unbezahlt – gegen die Verpflichtung Ausbildender zur Vermittlung der beruflichen Handlungsfähigkeit (§ 14 Absatz 1 Nr. 1 BBiG). Sie ist deshalb nur in den gesetzlich ausdrücklich vorgesehenen Fällen möglich. Diese sind auf die Berufsschule bzw. die Teilnahme an Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte und die Teilnahme an Prüfungen beschränkt.
Eine schlechte Auftragslage oder gar ein behördliches Verbot, die Ausbildungsstätte weiter zu betreiben, gehören nicht zu diesen Fällen. Grund ist, dass Auszubildende nach dem Ausbildungsvertrag nicht ihre Arbeitskraft schulden, sondern ihre Bereitschaft, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erlernen.
Werden Auszubildende wegen Arbeitsmangels oder aufgrund behördlicher Verbote freigestellt, muss die Ausbildungsvergütung in voller Höhe weiter bezahlt werden. Außerdem entstehen dadurch Fehlzeiten in der Ausbildung, die bei längerer Dauer auch dazu führen können, dass Auszubildende nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden können.
Stellt die Ausbildungsstätte Auszubildende dennoch von der Ausbildung frei und entstehen diesen dadurch finanzielle Nachteile oder Lücken in der Ausbildung, welche zur Nichtzulassung zur Abschlussprüfung oder zum Nichtbestehen der Abschlussprüfung führen, sind Ausbildende im Einzelfall schadenersatzpflichtig.
Tipp der IHK: Versuchen Sie, Ausbildungsinhalte aus anderen Abteilungen vorzuziehen. Wenn das nicht geht, können Sie Ihrem Auszubildenden ein Projekt für die Erarbeitung zu Hause übergeben, das den Betrieb nach Wiedereröffnung voranbringt. Auch zusätzliche Lernzeit für die Berufsschule ist eine Möglichkeit, die Zeit jetzt sinnvoll zu nutzen.

Kann Kurzarbeit angeordnet werden?

Ausführliche Informationen zur Kurzarbeit und Insolvenz von Ausbildungsbetrieben hat die IHK in folgender FAQ-Übersicht zusammengestellt.
Tipp der IHK: Eine Alternative zu Kurzarbeit kann das Projekt #AzubiSharing sein, bei dem Ausbildungsbetriebe ihren Auszubildenden vorübergehend an einen anderen Ausbildungsbetrieb ausleihen.

Kurzarbeit für Auszubildende

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:
  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Einsatz in einer anderen Abteilungen/Unternehmensbereichen
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Online-Schulungen (zum Beispiel Webinare)
  • Durchführung von Projektarbeiten, Nutzung von Lernplattformen, Ausarbeitungen von Handouts/Anleitungen, die inhaltlich mit dem Ausbildungsplan korrespondieren und im Nachgang allen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden können (zum Beispiel für Office-Anwendungen, Handling von speziellen Warengruppen etc.)
Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben. Wenn die Unterbrechung der Ausbildung unvermeidlich ist – das dürfte bei einer Corona-bedingten Schließung der Fall sein - können auch Auszubildende in Kurzarbeit einbezogen werden.
Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie zunächst Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Absatz 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen. Erst danach kann über die verantwortliche Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beansprucht werden.
Kurzarbeit für Auszubildende? IHK-Teamleiter Stefan Brüggemann beantwortet in diesem Video häufig gestellte Fragen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Ausbildung.
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Teilzeitberufsausbildung
Eine Möglichkeit zur Reduzierung der finanziellen Belastung der Ausbildungsbetriebe durch die in voller Höhe fortzuzahlende Ausbildungsvergütung und gleichzeitig zum Erhalt des Ausbildungsplatzes für Auszubildende kann die Teilzeitberufsausbildung sein.

Kurzarbeit für Ausbilder/-innen

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da der Betrieb gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht (§ 14 Absatz 1 Nr. 1 BBiG) gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Das bedeutet auch, dass Ausbilderinnen und Ausbilder für die Auszubildenden erreichbar sein müssen und nicht alle gleichzeitig zu Hause bleiben können.

Kann Auszubildenden gekündigt werden?

Ein Mangel an Aufträgen, behördlich angeordnete Betriebsschließungen, Kurzarbeit oder eine drohende Insolvenz sind grundsätzlich keine Gründe für eine Kündigung. Dies ergibt sich aus den besonderen Hauptleistungspflichten eines Berufsausbildungsverhältnisses. Die Hauptleistungspflicht von Ausbildenden ist es, dafür zu sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit in einem bestimmten Ausbildungsberuf vermittelt wird (§ 14 Absatz 1 Nr. 1 BBiG).
Sollte der Ausbildungsbetrieb jedoch für längere Zeit vollständig zum Erliegen kommen und kann dadurch die berufliche Handlungsfähigkeit nicht mehr vermittelt werden, ist ein wichtiger Grund zur Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses (§ 22 Absatz 2 Nr. 1 BBiG) gegeben.
Nur wenn eine ordnungsgemäße Ausbildung nicht mehr sichergestellt werden kann, weil der Betrieb ganz oder teilweise stillgelegt wird oder die Ausbildungsberechtigung nicht mehr besteht, steht dem Ausbildungsbetrieb ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Die Kündigung kann nur unter Einhaltung einer Frist ausgesprochen werden, die nicht mehr als drei Monate umfasst.

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Was muss beachtet werden, wenn das Unternehmen Insolvenz anmeldet?

Grundsätzlich gilt: Weder eine drohende Insolvenz noch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben direkte Auswirkungen auf den Ausbildungsvertrag. Die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Rechte und Pflichten bleiben weiter bestehen. Hierzu zählt insbesondere die Zahlung der vereinbarten Ausbildungsvergütung.

Grundsätzlich können sich Ausbildungsbetrieb und Auszubildender auf eine Kürzung der Ausbildungsvergütung einigen. Die Ausbildungsvergütung muss jedoch weiterhin angemessen und höher als die gezahlte Vergütung des vorhergehenden Jahres sein (§ 17 Absatz 1 BBiG).
Unterstützung durch die IHK: Ist die Einstellung des Geschäftsbetriebs absehbar, sollte das insolvente Unternehmen Kontakt mit der IHK-Ausbildungsberatung aufnehmen, um die Weiterführung der Berufsausbildungsverhältnisse abzuklären. Welchen Einfluss die Betriebsstilllegung auf das Prüfungsverfahren hat, kann dann auch im Einzelfall mit der IHK-Ausbildungsberatung abgesprochen werden. Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsbetrieb bietet die Passgenaue Besetzung.

Informationen zur Weiterbildung

Finden die Seminare und Lehrgänge der IHK-Akademie statt?

Die Bildungszentren der IHK an den Standorten in Münster, Gelsenkirchen und Bocholt sind geöffnet. Die Räume sind im Rahmen der Hygienepläne und unter strikter Einhaltung der Schutzvorschriften eingerichtet. Dies beinhaltet auch die Maskenpflicht während des Unterrichts.
Die Bildungszentren an den Standorten in Münster, Gelsenkirchen und Bocholt stehen bis zum 18.04.2021 nicht für Präsenzunterricht zur Verfügung. In Präsenz geplanter Unterricht wird in den virtuellen Klassenraum verlagert.

Wird das Aufstiegs-BAföG weiter bezahlt?

Damit BAföG-Geförderten aus pandemiebedingten Vorsorgemaßnahmen keine Nachteile entstehen, hat das BMBF in einem Erlass gegenüber den für den BAföG-Vollzug zuständigen Bundesländern und ihren Ausbildungsförderungsämtern klargestellt, dass das BAföG weiterzuzahlen ist.
Sobald Lehrgangsanbieter Online-Lehrangebote zur Verfügung stehen, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten, ist die Teilnahme an diesen Online-Lehrangeboten im Sinne der Förderungsvoraussetzungen verpflichtend.

Fällt die Prüfung aus und wird deshalb die Regelstudienzeit überschritten, wird das BAföG in den allermeisten Fällen weiterbezahlt.
Hinweis zu Fehlzeiten:
Entstehen Fehlzeiten, weil die Bildungseinrichtung wegen der Pandemie geschlossen ist, wird das Aufstiegs-BAföG bis auf weiteres weiterbezahlt.
Weitere Informationen erhalten Sie beim BMBF oder unter www.aufstiegs-bafoeg.de.

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IHK-Service für Unternehmen
Das Coronavirus betrifft immer mehr Unternehmen: Wie gehen Betriebe mit der Pandemie im Unternehmen um? Was tun, wenn Arbeit ausfällt? Wie funktioniert Kurzarbeit? Gibt es Förderung in Notlagen? Wie sieht es mit Dienstreisen aus? Wie sieht es im Reiserecht und Vertragsrecht aus? Hier bekommen Sie Antworten.