Gaststättengewerbe

Unterrichtung im Gastgewerbe

Die Unterrichtung für angehende Gastronomen über branchenrelevante Vorschriften und Hygieneregeln ist gesetzlich vorgeschrieben. Die IHK-Bescheinigung über den Besuch der Unterrichtung ist Voraussetzung zur Erlangung der Gaststättenkonzession durch das Ordnungsamt. 

Termine

Die IHK Nord Westfalen führt regelmäßig an ihren Standorten Münster, Gelsenkirchen und Bocholt Gaststättenunterrichtungen durch. Interessenten können sich online anmelden. 

Allgemeine Informationen

Der Gewerbetreibende, der eine Gaststätte eröffnen oder übernehmen will, kommt täglich mit Lebensmitteln in Kontakt. Er muss wissen, wie Lebensmittel zu behandeln oder aufzubewahren sind, wie die notwendigen Hygieneregeln lauten. Eine falsche Behandlung von Lebensmitteln, das Nichtbeachten der Hygienevorschriften beeinträchtigt die Qualität der Speisen und Getränke und wird die Gäste nicht für den Betrieb gewinnen können. Die Unterrichtung im Gaststättengewerbe soll sicherstellen, dass dieser mit den Grundzügen der wichtigsten Vorschriften im Lebensmittelrecht als vertraut gelten kann. Werden die Vorschriften nicht beachtet, können Bußgelder fällig werden. Auch der Entzug der Erlaubnis ist möglich. Wer die lebensmittelrechtlichen Vorschriften befolgt, muss bei Kontrollen durch Überwachungsämter keine Beanstandungen und Bußgelder befürchten.
Warum?
Nach § 4 Absatz 1 Ziff. 4 Gaststättengesetz wird die Gaststättenerlaubnis nur dann erteilt, wenn der Antragsteller anhand einer Bescheinigung der Industrie- und Handelskammer nachweist, dass er über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann. Hierunter sind die wichtigsten Vorschriften des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes zu verstehen, die den Schutz des Verbrauchers vor Gesundheitsschäden, Täuschung und Irreführung bezwecken. Es wird ergänzt durch eine Reihe von Gesetzen, Verordnungen und Ausführungsbestimmungen.
Wer?

Grundsätzlich muss derjenige, der eine Gaststätte mit Alkoholausschank betreiben will, den Unterrichtungsnachweis erbringen. Wird die Gaststätte mittels eines Stellvertreters geführt, muss eine Stellvertretererlaubnis beantragt werden. Der Stellvertreter muss den Nachweis der Unterrichtung im Gaststättengewerbe vorlegen können bzw. an der Unterrichtung teilnehmen. Bei Ausscheiden oder Wechsel des Stellvertreters muss entweder der neue Stellvertreter oder der Gewerbetreibende den Unterrichtungsnachweis vorlegen. Über die Voraussetzungen der Stellvertretererlaubnis informiert Sie die IHK.
Wo?
Die Unterrichtung findet in der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Sentmaringer Weg 61, 48151 Münster und den Standorten 46395 Bocholt, Willy-Brandt-Straße 3, und 45894 Gelsenkirchen, Rathausplatz 7, statt.
Wann?
Die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen bietet nachfrageorientiert Termine für die Unterrichtung an. Die Unterrichtung dauert rund fünf Stunden. Zur Unterrichtung bringen Sie bitte Ihren Personalausweis oder Reisepass mit. Die Bescheinigung zur Vorlage beim Gewerbe-/Ordnungsamt erhalten Sie im Anschluss an die Unterrichtung. Diese Bescheinigung gilt unbefristet im ganzen Bundesgebiet. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig über die Termine und melden sich persönlich oder telefonisch zu der Unterrichtung an:
  • 48151 Münster Sentmaringer Weg 61, Telefon 0251 707-120
  • 46395 Bocholt, Willy-Brandt-Straße 7, Telefon 02871 9903-18
  • 45894 Gelsenkirchen, Rathausplatz 7, Telefon 0209 388-100.
Eine Teilnahme ohne vorherige Anmeldung ist grundsätzlich nicht möglich. Sie erhalten nach Anmeldung eine Einladung zur nächsten Unterrichtung. Können Sie diesen Termin nicht wahrnehmen, bitten wir um umgehende Benachrichtigung. Die Teilnehmergebühr einschließlich der Broschüre „Unterrichtung im Gaststättengewerbe“ beträgt 50,00 EUR.
Eine Übersicht der Gaststättenunterrichtungstermine mit der Möglichkeit, sich online anzumelden, finden Interessenten im IHK-Veranstaltungskalender.
Wie?
Die Unterrichtung findet in deutscher Sprache statt. Die Themengebiete werden nicht nur vorgetragen, sondern erfordern Ihre aktive Mitarbeit. Die Teilnehmer, die nicht über ausreichend gute Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, müssen einen zugelassenen Dolmetscher zur Unterrichtung mitbringen. Im Rahmen dieser dolmetscherbegleitenden Unterrichtung wird der Unterrichtungsstoff durch den Dolmetscher, dessen Kosten der Teilnehmer tragen muss, übersetzt. Eine Liste mit vereidigten Dolmetschern können Sie bei der IHK erhalten.
Was?
Die Unterrichtung soll die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse vermitteln. Sie erstreckt sich auf die jeweils einschlägigen Grundzüge der Hygienevorschriften einschließlich des Infektionsschutzgesetzes, des Lebensmittelgesetzes und der darauf gestützten Verordnungen, des Fleischbeschaugesetzes und der darauf gestützten Verordnungen, des Milchrechts, des Getränkerechts (insbesondere des Weinrechts und des Bierrechts) und des Getränkeschankanlagenrechts. Auch soll auf die jeweils einschlägigen Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches hingewiesen werden.
Bescheinigung
Die einmal erteilte Bescheinigung der IHK gilt bundesweit und unbefristet. Eine erneute Teilnahme ist nicht notwendig. Bei Verlust der Bescheinigung nehmen Sie bitte Kontakt zu der IHK auf, bei welcher Sie an der Unterrichtung teilgenommen haben. In der Regel kann eine Zweitausfertigung gegen Gebühr ausgestellt werden.
Befreiung
Wer bestimmte branchentypische Abschlüsse hat, kann von der Unterrichtung befreit werden. Einzelheiten dazu im IHK-Merkblatt „Ausnahmeregelungen".
Die Veröffentlichung von Merkblättern ist ein Service der IHK Nord Westfalen für ihre rund 130.000 Mitgliedsunternehmen. Die Merkblätter erhalten nur erste Hinweise und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Obwohl sie mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, kann eine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit nicht übernommen werden.