14. Februar 2017

Als Pilotregion für Mobilität positionieren

IHK-Regionalausschuss will Zukunft mitgestalten

Kreis Steinfurt/Tecklenburg-Brochterbeck. – Der Kreis Steinfurt soll eine führende Rolle dabei übernehmen, das Münsterland als Pilotregion für innovative Mobilitätskonzepte zu positionieren. Das schlägt der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Steinfurt vor. Der Ausschuss hat sich während seiner Sitzung in Tecklenburg-Brochterbeck mit Projekten befasst, deren Umsetzung die gute wirtschaftliche Entwicklung des Kreises auch in Zukunft sichern sollen. „Wir haben derzeit einen bemerkenswert guten Lauf“, sagte der Ausschussvorsitzende, IHK-Vizepräsident Gustav Deiters: „Aber es gibt einiges zu tun, damit das auch so bleibt“, betonte der Unternehmer aus Ibbenbüren.
„Wir müssen die hervorragende wirtschaftliche Verfassung jetzt nutzen, um wichtige Projekte auf den Weg zu bringen“, sagte Deiters. Dazu gehöre, die Mobilität im Kreis trotz demografischer Verschiebungen auch in Zukunft zu gewährleisten, also auch mit einer zukünftig mancherorts deutlich älteren Bevölkerung. „Wir sollten neugierig sein und uns ansehen, was andere europäische Länder hier bereits auf den Weg gebracht haben“, meinte er. Anregungen gebe es zum Beispiel in Schottland, in der Schweiz, aber durchaus auch in Mecklenburg-Vorpommern. In Zukunft werde Mobilität voraussichtlich als Dienstleistung im Vordergrund stehen, weniger das Verkehrsmittel, das sie ermöglicht, glaubt der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses.
Höchste Priorität hat für die Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich im Interesse aller Unternehmen im Kreis Steinfurt im IHK-Ausschuss engagieren, der Ausbau der Breitbandanbindung. „Im Kreis Steinfurt ist wirklich viel passiert, aber es muss unser Ziel sein, alle Gewerbegebiete mit Glasfaser anzuschließen“, sagte der Deiters. Wichtig ist für den Ausschuss zudem, „das enorme Potenzial im Technologietransfer der Fachhochschule Münster“ noch besser zu nutzen sowie die Verkehrsanbindung des Steinfurter FH-Campus zu verbessern. Zu den zentralen Infrastrukturprojekten, die der stellvertretende Ausschussvorsitzende Johann-Christoph Ottenjann vorstellte, gehört auch der Flughafen Münster/Osnabrück. Er soll durch eine verlässliche mittelfristige Entschuldung und attraktive Flugverbindung zukunftsfest gemacht werden. Ausdrücklich unterstützt der Ausschuss die Gemeinschaftsinitiative für ein neues Regionalmarketing für das gesamte Münsterland.
Zu den Entscheidungen, „die sich zum großen Teil der regionalen Einflussnahme entziehen“, so Deiters, nahm die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek Stellung. „2017 wird ein schwieriges Jahr mit entscheidenden Richtungswahlen in verschiedenen europäischen Ländern“, meinte Karliczek, die selbst Mitglied im IHK-Regionalausschuss ist. Angesichts der Entwicklungen in den USA, des bevorstehenden Brexits und des brüchigen Zusammenhalts der EU umriss sie klare Prioritäten: Wiedergewinnung der europäischen Handlungsfähigkeit, Verhinderung der Marktabschottung weltweit, eine weiterhin solide Haushaltspolitik und die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Karliczeks Bundestagskollegin Sybille Benning stimmte zu. Auch sie sah es als besonders dringlich an, „dass sich die EU jetzt wieder zusammenraufe“. Sie war aus Münster nach Brochterbeck gekommen, um sich über die Projekte des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Steinfurt zu informieren.
Großes Lob gab es für den Tagungsort. Der Ausschuss hatte sich in der Historischen Gaststätte Franz getroffen, um mehr über lokales bürgerliches Engagement zu erfahren. Christian Leugers, Vorstand der Genossenschaft, die die Gaststätte betreibt, erläuterte, wie es 500 Bürgerinnen und Bürgern gelungen ist, ihre Gaststätte vor Ort zu erhalten.

Foto/Bildzeile:

Anja Karliczek MdB (l.) mit dem Ausschussvorsitzendem, IHK-Vizepräsident Gustav Deiters, und Sybille Benning MdB vor der Historischen Gaststätte Franz in Brochterbeck.