13. März 2017

NRW-Wahl: Wirtschaft trifft Politik

IHK-Regionalausschuss Coesfeld diskutiert mit Politikern

Kreis Coesfeld/Dülmen. – Die Landespolitik hat entscheidenden Einfluss auf die Standortvoraussetzungen für Unternehmen auch im Kreis Coesfeld. Verständlich also, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen Kandidaten und Abgeordnete der im Landtag vertretenen Parteien angesichts der im laufenden NRW-Wahl in die IHK-Wahlarena nach Dülmen eingeladen hatte.
„Welche Akzente wollen Sie setzen, um die Region als attraktiven Wirtschaftsraum zu erhalten und weiter zu entwickeln?“, fragte Heinrich Georg Krumme, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Coesfeld, die drei Politiker Hermann-Josef Vogt (SPD), Werner Jostmeier (CDU) und Henning Höne (FDP). Der Kandidat der GRÜNEN musste die Teilnahme kurzfristig absagen. Krummes Frage war der Auftakt zu einem intensiven Austausch über ein breites Spektrum an Themen von der Fachkräftesicherung und der Integration von Flüchtlingen über Inklusion und Studiengebühren bis zur Hygieneampel.
„Die Wirtschaft braucht eine Politik die auf Vertrauen aufbaut, verlässlich und verantwortungsvoll ist“, unterstrich SPD-Landtagskandidat Hermann-Josef Vogt. Aus seiner Sicht haben die Hebesätze für die Gewerbesteuer und auch für die Grundsteuern einen Stand erreicht, der für die mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetriebe eine Belastung darstelle, „die nicht weiter erhöht werden darf“. Die Entlastung der Kommunalfinanzen könne nur durch einen noch besseren Stärkungspakt Stadtfinanzen erreicht werden. Besonders engagiert Vogt sich für „gute Bildung, die Grundlage für qualifizierten Fachkräftenachwuchs“. Dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe müssten sich Eltern, Kinder, Politik und Wirtschaft gemeinsam stellen.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier, skizzierte Ziele seiner Partei. Die Wirtschaft müsse gestärkt werden „durch eine Landesplanung, die Wachstum ermöglicht statt es zu behindern, schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie“. Wichtig sei zudem eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung für die Betriebe. Den Kreis Coesfeld lobt er als Vorbild für das Land: „Wir sind aufgrund der guten familiengeführten Betriebe und nicht zuletzt aufgrund des ebenso zupackenden wie zuverlässigen Menschenschlages aus eigener Kraft zu diesem wirtschaftlich führenden Standort geworden.“ Die Landespolitik müsse „eine gleichberechtigte Entwicklung der ländlichen Räume“ gegenüber den Metropolregionen an Rhein und Ruhr sicherstellen.
Für den Landtagsabgeordneten Henning Höne, in der FDP-Fraktion Sprecher für Kommunalpolitik sowie für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz und Verbraucherschutz, sind drei Aspekte besonders wichtig: „Wir brauchen eine leistungsfähige Infrastruktur“. Alle Verkehrsträger müssten bedarfsgerecht ausgebaut werden, betonte er. Einen Schwerpunkt will Höne bei Lückenschlüssen im Verkehrsnetz setzen. Mit hoher Priorität verfolgt der Landespolitiker den Breitbandausbau. „Die Zukunft ist digital, der Glasfaseranschluss muss zum Regelfall werden“, fordert er. Zudem müssten die Betreuungszeiten in Kitas und Schulen flexibilisiert werden. „Öffnungszeiten müssen sich nach den Familien richten – nicht umgekehrt“, so Höne.

Foto/Bildzeile:

Der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Coesfeld tagte bei der Firma Elting in Dülmen (v.r.): IHK-Vizepräsident Heinrich Georg Krumme (4.) mit den Gastgebern Patrick Marx (3.) und Stefan Elting (5.) sowie den Landespolitikern Werner Jostmeier (6.), Hermann-Josef Vogt (7.) und Henning Höne (8.).