16. Mai 2017

Berufsorientierung auf Augenhöhe

Ausbildungsbotschafter in der Fürstenberg-Realschule

Kreis Steinfurt/Recke. – So sieht Berufsorientierung auf Augenhöhe aus: Zwölf Auszubildende aus Rheine, Ibbenbüren und Hörstel stellten sich gestern (15. Mai) vor die 9. Klassen der Bischöflichen Fürstenberg-Realschule Recke, um über Berufe, Ausbildungsalltag und Karrierechancen zu berichten. Den Einsatz hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen koordiniert, die mit ihrem Projekt „Ausbildungsbotschafter“ die Berufsorientierung in der Schule unterstützt.
Ziel der Initiative ist es, die betriebliche Ausbildung stärker in den Blick von Schülerinnen und Schülern zu rücken und die Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden zu unterstützen. Dazu gehen Auszubildende in die Schulklassen und informieren über Berufsfelder, Bewerbung, Lehre und Aufstiegschancen.
„Dabei werden auch Fragen gestellt, die man als Schüler einem Chef eher ungern stellt – etwa nach Gehalt und Freizeit“, berichtete Silke Deutschmann von der IHK über die bisherigen Erfahrungen. „Genau darum geht es in unserem Projekt: Wir wollen junge Menschen glaubwürdig darüber informieren, was sie in einer betrieblichen Ausbildung erwartet“, so Deutschmann. „Und wer könnte das besser als Auszubildende.“
In der Fürstenberg-Realschule waren zwölf Ausbildungsbotschafter der IHK und der Handwerkskammer Münster im Einsatz: Alina Röhe, Hanna Redder (Technische Produktionsdesignerinnen) und Dennis Voßel (Zerspanungsmechaniker) von der KTR Systems GmbH in Rheine, Tim Mechelhoff (Mechatroniker) von der Apetito AG in Rheine, Frederik Dierkes und Pascal Lammers (Pharmakant) von der Wiewelhove AG in Ibbenbüren, Maurice Rethmann (Informatikkaufmann) sowie Benedikt Herder (Industriekaufmann) von der Crespel & Deiters GmbH und Co.KG in Ibbenbüren, Jacqueline Konermann und Julia Kölker (Kauffrauen im Groß- und Außenhandel) von der Sanimed GmbH in Ibbenbüren, Jana Sadykov (Augenoptikerin) von der Fielmann AG in Ibbenbüren und Adrian Stermann (Industrieelektroniker Geräte- und Systemtechnik) von Hermann Josef Struck in Hörstel. Auf den Einsatz wurden sie in einem Seminar vorbereitet.
„Diese Art der Informationsgewinnung ist für die Schüler viel nachhaltiger und motivierender als eine Recherche im Internet“, betonte Studien- und Berufswahlkoordinatorin Monika Willebrand-Herweg. Sie ist überzeugt, dass die Ausbildungsbotschafter den Schülern berufliche Perspektiven aufgezeigt haben, die sie „so vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten“.
Auch die Unternehmen haben etwas von dem Projekt: „Durch den Einsatz ihrer Auszubildenden bringen sie sich bei den künftigen Schulabgängern als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb ins Gespräch“, sagte IHK-Mitarbeiterin Deutschmann. Inzwischen unterstützen 145 Betriebe das Projekt. Seit dem Start 2015 sind bereits 450 Ausbildungsbotschafter in die Schulen gegangen und haben rund 11.000 Schüler über Ausbildungsberufe und –betriebe informiert.
Nicht zuletzt profitieren die Ausbildungsbotschafter selbst. Im Seminar und bei den Einsätzen in den Schulen üben sie sich im sicheren Auftreten und stärken ihr Selbstvertrauen. Für ihr Engagement in der Berufsorientierung erhalten sie eine Urkunde.
IHK-Ansprechpartnerin für Schulen und Unternehmen im Münsterland ist Silke Deutschmann, Telefon 0251 707-245, E-Mail deutschmann@ihk-nordwestfalen.de

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Sorgten an der Bischöflichen Fürstenberg-Realschule für Berufsorientierung auf Augenhöhe: Die Ausbildungsbotschafter der IHK Nord Westfalen und HWK Münster.