IHK Nord Westfalen

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Dienstag, 22.05.2012

Seiten-Nummer: P00116

.Informationen für Unternehmensinhaber

Informationen für Unternehmensinhaber

Schlüsselrolle für Seniorchefs

Das Unternehmen ist zweifellos vom Seniorchef geprägt. Seine unternehmerischen Leistungen sind nicht zu übersehen. Er hat über viele Jahre konjunkturelle Schwankungen gemeistert, Arbeitsplätze geschaffen und gesichert und über die Zeit stabile Geschäftskontakte aufgebaut. Keinem Unternehmer fällt es leicht, sein Lebenswerk aufzugeben. Andererseits muss sich aber jeder verantwortungsvolle Unternehmer die Frage stellen, was mit seinem Betrieb passiert, wenn er nicht mehr da ist. Er sollte die Antwort auf diese Frage nicht dem Zufall überlassen, sondern rechtzeitig die Weichen dafür stellen, dass sein Unternehmen auch in Zukunft weiter bestehen kann. Es ist menschlich nur zu verständlich, wenn das Thema immer wieder verdrängt, aufgeschoben und ausgesessen wird. Loszulassen ist mindestens so schwer wie anzufangen.

Großprojekt "Nachfolge"

Die Nachfolgeplanung ist ein außerordentlich komplexes, für die meisten Unternehmer einmaliges Großprojekt. Neben den psychologischen müssen auch eine Vielzahl von rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bedacht werden. Es gibt viele Gestaltungsoptionen, die sorgfältig abgewogen werden wollen. In allen Punkten sollte der Rat von Experten eingeholt werden. Auch wenn es das Tagesgeschäft nur schwer zulässt, sollte man sich die Zeit nehmen, um die für das erfolgreiche Weiterbestehen des Unternehmens beste Lösung zu finden und zu realisieren – und das früh genug. Denn die Frage der Nachfolge stellt sich nicht nur bei einem altersbedingten Führungswechsel, sondern auch bei einem plötzlichen Ausscheiden durch Unfall oder Krankheit. Ein unternehmerisches Lebenswerk ist ohne saubere Nachfolgeregelung nicht wirklich vollendet. Überhastete Lösungen gefährden Vermögen und Arbeitsplätze.

Für viele Unternehmer sind Gedanken an die Unternehmensnachfolge ein neues Terrain. Nur wenige haben sich bereits intensiv damit beschäfigt, aber jeder kennt die Fälle, in denen die Regelung der Nachfolge schiefgegangen ist. Zögern Sie die Übernahme nicht zu lange heraus. Schwierigkeiten werden spätestens dann auftreten, wenn die Nachfolge unausweichlich ist, weil Alter oder Gesundheit ihren Tribut zollen.

Nachfolge-Modelle - den richtigen Nachfolger wählen

Der Bezirk der IHK Nord Westfalen ist in besonderer Weise von inhabergeführten Unternehmen geprägt, in denen die Übergabe innerhalb der Familie einen hohen Stellenwert einnimmt. Da man aber unternehmerisches Talent nicht mit der Geburt oder dem Nachnamen erhält, sich zudem viele Töchter und Söhne beruflich vom elterlichen Betrieb weg orientieren, müssen auch alternative Modelle geprüft werden: der komplette oder schrittweise Verkauf an Führungskräfte aus dem Betrieb (Management-buy-out) oder an Betriebsfremde (Management-buy-in). Der Verkauf an einen Konkurrenten wird von Familienbetrieben meist als Notlösung betrachtet, die Gründung einer Familienholding oder der Besitzübergang in eine Stiftung stellen noch Ausnahmen dar.

Der Betrieb muss reif sein

Den gewünschten Erfolg haben die Modelle aber nur dann, wenn das Unternehmen für einen Nachfolger reif ist. In einem bisher vom charismatischen Gründer geführten Unternehmen müssen entsprechende Transformationsprozesse initiiert werden, um Aktionsräume für eine zukünftige Managementführung zu schaffen. Der Nachfolger droht zu scheitern, wenn er nur in die Fußstapfen des Vorgängers treten, aber keine eigenen Spuren hinterlassen kann.

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