IHK Nord Westfalen

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Donnerstag, 11.03.2010

Seiten-Nummer: P00063

.Binnenschifffahrt

(Foto: IHK)

Ausbau Dortmund-Ems-Kanal 

Nördlich von Rheine machen fünf Schleusen den Dortmund-Ems-Kanal zum unpassierbaren Nadelöhr für moderne Güterschiffe. Damit der Weg schneller frei wird, schieben Kreise, Kommunen und IHKs gemeinsam den Ausbau an.

Der Dortmund-Ems-Kanal verbindet Dortmund mit dem Seehafen Emden. Auf seinem 256 Kilometer langen Weg vom Ruhrgebiet bis zur Ems in Herbrum überwindet der Kanal mit 15 Schleusen rund 70 Meter Höhenunterschied. Vor allem Massengüter wie Erze, Baustoffe, Schrott, Düngemittel oder Getreide, aber auch Container werden auf der Wasserstraße transportiert.

Die Südstrecke, der Abschnitt vom Ruhrgebiet bis zum Mittellandkanal bei Rheine, ist seit kurzem für das Großmotorgüterschiff (GMS) befahrbar. Schiffe dieses Typs sind 110 Meter lang, 11,40 Meter breit und haben einen Tiefgang von 2,80 Meter. 2100 Tonnen beträgt die Tragfähigkeit. Zum Vergleich: Um das auf der Straße zu transportieren, was in den Bauch eines einzigen GMS passt, werden 105 Zwanzigtonner benötigt.

Endstation für Großmotorgüterschiffe

Kurz nach Rheine ist für diese großen Transportschiffe allerdings noch Endstation auf der Fahrt Richtung Nordsee. Die fünf Schleusen zwischen Bevergern (Kreis Steinfurt) und Gleesen sind zu schmal. Drei davon, so sehen es die Ausbaupläne vor, sollen durch 12,5 Meter breite und 140 Meter lange Schleusen ersetzt werden. Zwei fallen ganz weg, wodurch der Schiffsverkehr noch flüssiger wird. Zusätzlich müssen mehrere Brücken angehoben werden, um den Kanal auch für Großmotorgüterschiffe mit mehrlagiger Tonnage befahrbar zu machen. Der Ausbau hat schließlich auch das Ziel, bessere Bedingungen für den boomenden Containerverkehr zu schaffen.

Der Bund wird über 165 Millionen Euro in den Ausbau der Nordstrecke investieren. Nur: Das Projekt wurde bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans im Jahr 2003 nicht in den vorrangigen Bedarf eingestuft - was nicht anderes bedeutet als den Aufschub bis auf weiteres.

Ausbau bis 2017

Dass es dazu nicht kommt, dafür wollen die Landkreise, Städte und Gemeinden gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft sorgen. Mit rund vier Millionen Euro unterstützen sie das Projekt und finanzieren die Planungskosten mit. Dadurch wird der Projektbeginn um mindestens zehn Jahre vorgezogen. 2017 soll der Dortmund-Ems-Kanal zwischen Mittellandkanal und Lingen für 110 Meter lange Großmotorgüterschiffe befahrbar sein.

Der Beitrag, den die Wirtschaft zugesagt hat, beträgt 600.000 Euro. Geld, das seit Januar 2008 durch Sponsorengelder bei den Unternehmen eingeworben wird. Auch die IHK Nord Westfalen wirbt bei ihren Mitgliedern um Unterstützung. Und das nicht nur, weil die Nordstrecke die Wasserstraßenanbindung für den Raum Rheine ganz im Norden des IHK-Bezirks sei, erklärt Joachim Brendel von der IHK Nord Westfalen. „Ein durchgängig für Großmotorgüterschiffe befahrbarer Dortmund-Ems-Kanal stärkt die Position aller anliegenden Wirtschaftsräume vom Ruhrgebiet bis zur Nordsee“, ist IHK-Geschäftsführer Joachim Brendel überzeugt und spricht von einer „Standortstärkung auch für das nördliche Ruhrgebiet und das Münsterland“.

Standortfaktor Wasserstraße

Tatsächlich ist ein leistungsfähiger Zugang zur Binnenschifffahrt für die Industrie ein Standortfaktor von wachsender Bedeutung. Der Dortmund-Ems-Kanal stellt eine zudem wichtige Verbindung des Seehafens Emden an das transeuropäische Wasserstraßennetz dar. Das gesamte Güterverkehrsaufkommen auf der Nordstrecke und des Küstenkanals lag im Jahr 2004 bei rund 8,6 Millionen Gütertonnen, bis zum Jahr 2025 wird eine Steigerung des Verkehrsaufkommens um mehr als 25 Prozent prognostiziert. Bundesweit werden derzeit etwa 10 Prozent des Güterverkehrs über den Wasserweg abgewickelt. Die Verkehrspolitik hat das Ziel, diesen Anteil zu erhöhen.

.Wasser- und Schifffahrtsdirektion West

Verkehrsbericht 2008 liegt vor

Der wirtschaftliche Rückgang, erstmals spürbar im 2. Halbjahr 2008, hat den bisher kontinuierlichen Anstieg des Güterverkehrs auf dem Binnenschiff gestoppt. 2008 wurden bundesweit ca. 1,3 Prozent weniger Güter mit dem Binnenschiff transportiert. Die Gesamtsumme lag bei rund 246 Mio. Gütertonnen. Der Rhein blieb mit seinen rund 171 Mio. Gütertonnen die verkehrsreichste Wasserstraße Europas. Etwa 70 Prozent aller deutschen Wasserstraßentransporte werden auf dem Niederrhein zwischen den Rheinmündungshäfen und den deutschen Binnenhäfen bewegt. Mit rund 42 Mio. Gütertonnen erreichte das westdeutsche Kanalnetz zwar einen etwas geringeren Wert als im Vorjahr, zeigte damit aber ein immer noch sehr beachtliches Ergebnis.

Die Entwicklung im Bereich des Güter-, Container- und Schiffsverkehrs auf dem Niederrhein und den westdeutschen Kanälen kann ab sofort im Verkehrsbericht 2008 der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West (WSD West) nachgelesen werden. Der Verkehrsbericht 2008 enthält nicht nur Verkehrszahlen, er gibt auch einen Überblick über die verkehrsregelenden Maßnahmen, die die WSD West 2008 getroffen hat, und informiert über Förderprogramme für die Schifffahrt. 

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Email an <strong>Joachim Brendel</strong>

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Robert Tausewald

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