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Donnerstag, 20.06.2013

Seiten-Nummer: P03135

.Finanzierung

Finanzen

(Foto: Falko Matte - Fotolia.com)

Übersicht über Modelle

Alternative Finanzierungsformen

Neben dem klassischen Bankkredit gibt es einige andere Finanzierungsmodelle: Factoring, Leasing, privates Beiteiligungskapital, Mitarbeiterbeteiligung, Unternehmensanleihen und Asset Backed Securities (ABS) und andere. Die folgende Übersicht stellt die jeweiligen Modelle vor.

 


1. Factoring

Eine Factoring-Gesellschaft übernimmt die Außenstände (Geldforderungen gegen einen Drittschuldner aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen) und das gesamte Debitoren-Management. Die Vorteile für das Unternehmen liegen in der sofortigen Liquidität und dem ersparten betrieblichen Aufwand und Ausfallrisiko. Andererseits erfolgt ein prozentualer Abschlag auf die Gesamtsumme für die Debitoren-Übernahme.


2. Leasing

Beim Leasing geht es um die Vermietung oder Verpachtung von beweglichen oder unbeweglichen Gütern durch Finanzierungsinstitute (Leasing-Gesellschaften) oder durch die Hersteller der Güter. Die Wirtschaftsgüter bleiben juristisch Eigentum des Vermietenden oder Verpachtenden, werden jedoch dem Mieter oder Pächter (Leasing-Nehmer) gegen Zahlung einer meist monatlichen Leasing-Gebühr zur wirtschaftlichen Nutzung überlassen.


3. Private Equity (privates Beteiligungskapital)

Private Equity ist der Fachausdruck für eine Finanzierungsmethode, die Unternehmen außerhalb der Börse für einen von vornherein begrenzten Zeitraum Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel in Verbindung mit einer unternehmerischen Unterstützung zur Verfügung stellt. Diese Art der Finanzierung ist auch immer ein höchst persönliches Geschäft. Die Öffnung  gegenüber einem externen Partner ist auch immer mit starken Emotionen verbunden und der künftige Unternehmenserfolg ist dabei auch von der Wahl des richtigen externen Partners abhängig. Spezialfälle sind Venture Capital und Mezzanine-Finanzierung.

3.1 Venture Capital

Venture Capital ist in erster Linie für junge, meist technologieorientierte Unternehmen mit hohen Wachstumsaussichten relevant. Dieses Finanzierungsinstrument setzt innovative Produktentwicklungen mit weit überdurchschnittlichen Ertragschancen voraus. Die Kapitalbereitstellung ist mit einer Managementunterstützung verbunden. Venture Capital Gesellschaften sind spezielle Beteiligungsfonds, die oft über spezifisches Branchen-Know-how verfügen. Sie beteiligen sich häufig als stille Gesellschafter, die im Insolvenzverfahren Gläubigerrechte haben.

3.2 Mezzanine-Finanzierung

Diese Finanzierungen sind als eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital einzustufen. In der Praxis ist eine Vielzahl von Gestaltungsformen anzutreffen, wie z. B. die typische oder atypische stille Beteiligung, Genussscheine, Wandel-/Optionsanleihen oder Nachrangdarlehen. Der Mezzanine-Geber trägt im Vergleich zum klassischen Bankkredit ein höheres Risiko und partizipiert dafür zusätzlich zu einer festen Verzinsung häufig am Wertzuwachs des Unternehmens, z. B. mit einer Kaufoption auf einen definierten Anteil am Grundkapital des kreditnehmenden Unternehmens. 

3.3 Mitarbeiterkapitalbeteiligung

Unter Mitarbeiterkapitalbeteiligung versteht man die vertragliche, dauerhafte oder zeitlich befristete Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Kapital des arbeitgebenden Unternehmens. Die Beteiligung kann in Form von Fremd- oder Eigenkapital erfolgen. Dazu gehören Mitarbeiterdarlehen, Genussrechte, stille Gesellschaften, indirekte Beteiligungen, GmbH-Anteile, Belegschaftsaktien und Aktienoptionspläne. Für ihren Kapitaleinsatz erhalten die Mitarbeiter eine Verzinsung und/oder werden am Unternehmensergebnis beteiligt. In Abhängigkeit vom gewählten Modell können mit einer Kapitalbeteiligung auch Informations-, Kontroll- und Mitwirkungsrechte verbunden sein.


4. Unternehmensanleihen (corporate bonds)

Mit Unternehmensanleihen können sich namhafte Unternehmen Fremdkapital am Kapitalmarkt beschaffen. Die wirtschaftliche Sicherheit besteht meist in der Substanz und Ertragskraft des jeweiligen Unternehmens. Das Instrument steht in der Praxis nur dem „gehobenen“ Mittelstand zur Verfügung. Die Finanzierungskosten hängen von der Rating-Einstufung ab und setzen aufgrund der hohen Fixkosten einer Anleiheemission ein gewisses Mindestvolumen voraus. Als Richtwert wird ein Emissionsvolumen von 25 Mio. Euro angesehen.


5. Asset Backed Securities (ABS)

Kern eines ABS-Geschäftes ist der Verkauf eines möglichst homogenen Pools an (Kredit-) Forderungen an eine Gesellschaft, die den Forderungspool verbrieft und an den Finanz­märkten bei Investoren plaziert. Den Unternehmen wird ermöglicht, in der Bilanz gebundene Mittel zu refinanzieren.


6. Darlehen von Angehörigen

Für den Aufbau eines zweiten Standbeines oder generell zur Unterstützung von Wachstum können Darlehen von Angehörigen wertvolle Hilfen bieten - mit Vorteilen für beide Seiten.


7. Crowdfunding

Für das eigene Geschäft Geld über das Internet zu sammeln, hört sich zwar futuristisch an, wird aber immer beliebter. Dabei kann es nicht nur um Kredite sondern auch um Beteiligungen gehen.

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