IHK Nord Westfalen

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Dienstag, 24.05.2016

Seiten-Nummer: P02970

.IHK-Akademie der Wirtschaft

Meister-BAföG & Co.

Förderungsmöglichkeiten

Wer beruflich vorankommen will und sich weiterbildet, kann finanziell unterstützt werden. Das Meister-BAföG ist das bekannteste Förderprogramm, aber längst nicht das einzige. Hier ein Überblick:


Meister-BAföG

Das Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG), auch Meister-BAföG genannt, hat zum Ziel, Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Fortbildung durch finanzielle Unterstützung abzusichern und ihnen eine Existenzgründung zu erleichtern. Es unterstützt Sie also, wenn Sie nach Ihrer Ausbildung weiterkommen wollen und sich weiterqualifizieren in einem anerkannten Lehrgang der beruflichen Aufstiegsfortbildung.

Wer kann Meister-Bafög bekommen?

Fachkräfte und Handwerker, die sich auf einen Fortbildungsabschluss zu Handwerks- oder Industriemeistern, Technikern, Fachkaufleuten, Fachkrankenpflegern, Betriebsinformatikern, Programmierern, Betriebswirten oder eine vergleichbare Qualifikation vorbereiten und die über eine nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) anerkannte, abgeschlossene Erstausbildung oder einen vergleichbaren Berufsabschluss verfügen, können die Aufstiegsförderung beantragen.

Welche Lehrgänge werden gefördert?

Gefördert werden Fortbildungen, die fachlich gezielt auf öffentlich-rechtliche Prüfungen nach dem BBiG, der HwO oder auf gleichwertige Abschlüsse nach Bundes- oder Landesrecht vorbereiten. Abschlüsse mit IHK-Fortbildungsprüfung sind z.B. Fachwirt, Fachkaufmann, Betriebswirt, Industriemeister. Der angestrebte Abschluss der Qualifizierungsmaßnahme muss über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen- und Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen. Nicht gefördert werden allerdings Fortbildungsabschlüsse, die oberhalb der Meisterebene liegen, wie zum Beispiel ein Hochschulabschluss. Darüber hinaus müssen weitere Kriterien wie z.B. ein Mindeststundenumfang von 400 Unterrichtsstunden erfüllt sein.

Wie sieht die Förderung beim „Meister-Bafög“ aus?

Gefördert werden Teilzeitmaßnahmen und Vollzeitmaßnahmen. Für beide gibt es den sog. Maßnahmebetrag. Dieser wird unabhängig vom Einkommen und Vermögen gewährt. Er besteht aus einem Beitrag zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und einem Beitrag zu den Kosten des Prüfungsstücks. Bei Vollzeitmaßnahmen kann ein Beitrag zum Lebensunterhalt gewährt werden. Dieser wird einkommens- und vermögensabhängig geleistet.

Wie hoch ist die Förderung?

Maßnahmebeitrag: Der Maßnahmebeitrag für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren beträgt 10.226 Euro. Davon werden 30,5 Prozent als Zuschuss geleistet. Für den Rest kann ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch genommen werden.

Prüfungsstück: Das Prüfungsstück wird bis zur Hälfte der notwendigen Kosten, höchstens jedoch bis zu 1.534 Euro als zinsgünstiges Darlehen gefördert.

Beitrag zum Lebensunterhalt: Bei Vollzeitmaßnahmen wird einkommens- und vermögensabhängig ein Unterhaltsbeitrag bis zur individuellen Bedarfssatzhöhe geleistet. Der Unterhalts bedarf besteht aus einer Zuschuss- und einer Darlehenskompontente. Die Höhe der verschiedenen Bedarfssätze finden Sie unter www.meister-bafoeg.info.

Wer gewährt die Darlehen und zu welchen Konditionen?

Die Darlehen des „Meister-Bafög“ werden bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), 53170 Bonn, beantragt und von ihr gewährt. Die Darlehen sind während der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit – insgesamt maximal bis zu 6 Jahren – zins- und tilgungsfrei. In dieser Zeit trägt der Staat die Zinsen. Das Darlehen ist nach Ablauf der Karenzzeit innerhalb von zehn Jahren mit monatlichen Raten von mindestens 128 Euro zu tilgen.

Gibt es einen Erlass für die bestandene Abschlussprüfung?

Bestehen die Geförderten die Abschlussprüfung der Lehrgänge, werden Ihnen auf Antrag 25 Prozent des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühr erlassen.

Existenzgründung

Bei der Gründung oder Übernahme eines Unternehmens wird bereits ab der Einstellung und der dauerhaften Beschäftigung eines neuen sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin oder eines Auszubildenden 33 % des auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens gewährt. Insgesamt dürfen aber nicht mehr als 66 % des noch nicht fällig gewordenen Restdarlehens erlassen werden.

Wo beantragen Sie das Meister-BAföG?

Die Förderungsanträge sind schriftlich an die nach Landesrecht zuständige Behörde zu richten. Antragsstelle für Nordrhein-Westfalen ist die Bezirksregierung Köln; Dezernat 49; 50606 Köln.

Die IHK berät und nimmt auch Anträge an. Die Förderung mit Unterhaltsbeiträgen erfolgt ab Maßnahmenbeginn, frühestens jedoch ab dem Antragsmonat. Sie sollte daher rechtzeitig vor Beginn der Maßnahme beantragt werden. Maßnahmenbeiträge können noch bis zum Ende der Maßnahme beantragt werden. Nähere Informationen und Antragsvordrucke:

Bildungsprämie 

Wer kann teilnehmen?

Die Bildungsprämie kann von Erwerbstätigen in Anspruch genommen werden, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen die Grenze von 20.000 Euro nicht übersteigt (bei gemeinsamer Veranlagung gelten entsprechend 40.000 Euro). 

Welche Maßnahmen werden mit welchem Betrag gefördert?

Die Bildungsprämie fördert grundsätzlich Weiterbildungsmaßnahmen, die für die Ausübung der aktuellen oder zukünftigen beruflichen Tätigkeit relevant sind, die wichtige Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt und Kompetenzen erweitern. Dies reicht vom Lehrgang für ein PC-Programm über Kompakt-Sprachkurse bis hin zu fachspezifischen Fortbildungen, wie etwa einem Grundlagenkurs für Existenzgründer.Wer eine Weiterbildungsmaßnahme in Anspruch nimmt, bekommt im Rahmen der Bildungsprämie einen so genannten Prämiengutschein, der die Hälfte der Weiterbildungskosten bis maximal 500 Euro abdeckt. Mindestens die gleiche Summe muss dabei selbst für die Weiterbildung aufgebracht werden.

Wie komme ich an einen Prämiengutschein?

Vor Inanspruchnahme der Bildungsprämie muss sich der Interessent in einer ausgewählten Beratungsstelle beraten lassen. Im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region stehen Bildungsberatungsstellen zur Verfügung. Dazu gehört auch die Gesellschaft für Bildung und Technik mbH in Münster und in Gelsenkirchen. Die Beratungsstellen entscheiden über die Vergabe und die Ausstellung der Prämiengutscheine. Zum Programm beraten Marleen Schlüter in Münster, Tel. 0251 707-350 und Sascha Dichta in Gelsenkirchen, 0209 388-315. Informationen und weitere Beratungsstellen:

Bildungscheck

Mit dem Bildungsscheck, finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), fördert die Landesregierung NRW Anstrengungen zur beruflichen Weiterbildung. Am 1.1.2016 startet eine neue Förderphase. 

Wer kann teilnehmen?

Den Bildungsscheck können sowohl Beschäftigte individuell für ihre berufliche Weiterentwicklung nutzen als auch kleinere und mittlere Betriebe einsetzen, um geeignete Qualifizierungen für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf den Weg zu bringen.

Der individuelle Zugang ist ausschließlich für Beschäftigte aus kleinen und mittleren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten, die mindestens eines der folgenden Merkmale erfüllen müssen:

  • Zugewanderte bzw. Menschen mit Migrationshintergrund (selbst oder ein Elternteil aus dem Ausland zugewandert)
  • Berufsrückkehrende
  • Beschäftigte ohne Berufsabschluss
  • Un- oder Angelernte oder länger als vier Jahre nicht im Ausbildungsberuf tätig (ausgenommen Akademiker / Hochschulabsolventen)
  • Ältere ab 50 Jahre
  • atypische Beschäftigte
    • befristete Beschäftigte
    • Zeitarbeitnehmer/-innen
    • geringfügig Beschäftigte
    • Teilzeitbeschäftigte bis 20 Std./Woche

Berücksichtigt werden Personen, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen 30.000,- EUR (und bei gemeinsam Veranlagten 60.000,- EUR) nicht übersteigt.

Im betrieblichen Zugang (Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten) wird ebenfalls eine Einkommensobergrenze eingeführt (Arbeitnehmerbrutto im vorangegangenen Kalenderjahr einschließlich Sonderzahlungen nicht mehr als 39.000 €, bzw. 3.250 € im Monat). Ein Zielgruppenkriterium ist hier nicht erforderlich.

Welche Maßnahmen werden mit welchem Betrag gefördert?

Gefördert werden Weiterbildungen, die der beruflichen Qualifizierung dienen und fachliche Kompetenzen oder Schlüsselqualifikationen vermitteln. Das sind beispielsweise: Sprachkurse, EDV-Schulungen, Lern- und Arbeitstechniken. Ausgeschlossen von der Förderung sind rein arbeitsplatzbezogene Anpassungsqualifizierungen wie Maschinenbedienerschulungen oder Trainings bei neuen Produkteinführungen. Die Förderung umfasst 50 % der Kurskosten, max. 500,- EUR.

Wie komme ich an einen Bildungsscheck?

Ausgewählte Beratungsstellen vor Ort beraten bei der Wahl des passenden Weiterbildungsangebotes und stellen den Bildungsscheck aus. Im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region stehen den Unternehmen und ihren Beschäftigten Beratungsstellen zur Verfügung. Dazu gehört auch die Gesellschaft für Bildung und Technik mbH in Münster und in Gelsenkirchen. Die Beratungsstellen entscheiden über die Vergabe und die Ausstellung der Bildungsschecks.

Zum Programm beraten Marleen Schlüter in Münster, Telefon 0251 707-350 und Sascha Dichta in Gelsenkirchen, 0209 388-315.

Informationen gibt es auch unter www.bildungsscheck.nrw.de.

Steuerliche Förderung

Der Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen kann bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden. Dies kann für Sie zu einer erheblichen Steuerersparnis führen und sollte daher bei der Entscheidung über die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme unbedingt berücksichtigt werden. Die Ersparnis an Einkommensteuer hängt ab von der Höhe des jährlich zu versteuernden Einkommens und dem Familienstand.

Anerkannt werden bei den Fortbildungs- und Ausbildungskosten dabei alle Aufwendungen in Zusammenhang mit der Weiterbildungsmaßnahme (z.B. Teilnahmegebühren, Lernmittel, Reisekosten, Arbeitszimmer bis 1.250 Euro im Jahr).

Im Einzelnen sind folgende Vorschriften von Bedeutung:

Ein Abzug der Aufwendungen als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe ist möglich, wenn die Maßnahme die Fertigkeiten im erlernten oder ausgeübten Beruf erhalten, erweitern oder neuen Anforderungen anpassen soll.

Anerkannt werden Teilnahmegebühren, Lernmittel und Reisekosten, wenn die Werbungskosten jährlich insgesamt höher als der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.044,00 € sind. Meist ungünstiger ist die Absetzbarkeit als Sonderausgaben (über Pauschbetrag von 36/72 € im Jahr für Alleinstehende/Ehepaare). Die setzt das Finanzamt an, wenn es eine neue Ausbildung annimmt. Dann sind die Aufwendungen als Sonderausgaben nur bis 920,00 € abzugsfähig. Die Ersparnis an Einkommensteuer hängt ab von der Höhe des jährlich zu versteuernden Einkommens und dem Familienstand.

Förderung durch die Arbeitsagentur

Durch die Arbeitsagentur können Sie gefördert werden, wenn Sie arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder keinen Berufsabschluss haben. Informationen gibt es bei den Agenturen für Arbeit.

Förderung durch Bundeswehr

Eine finanzielle Förderung ist auch nach dem Soldatenversorgungsgesetz möglich. Aktive und ehemalige Zeitsoldaten, die die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllen, können durch den Berufsförderungsdienst Zuschüsse zu Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie zu den Lernmitteln und Fahrtkosten erhalten. Wenn sie die Fördervoraussetzungen erfüllen, können sie ggf. auch ein Trennungsgeld und einen Ausbildungszuschuss erhalten. Der Antrag auf Förderung ist vor Beginn des Lehrgangs beim zuständigen Berufsförderungsdienst zu stellen.

Chancen für Ältere und Geringqualifizierte in Unternehmen

Sonderprogramm Wegebau

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt mit dem Sonderprogramm Wegebau   Ältere und geringqualifizierte in Unternehmen, die sich beruflich weiterbilden möchten. Interessierte Unternehmen oder Beschäftigte aus Unternehmen können sich direkt mit der örtlichen Agentur für Arbeit in Verbindung setzen.

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