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Sonntag, 26.05.2013

Seiten-Nummer: P01832

.Bildungspolitik

DIHK-Umfrage: Praktikum

Die Maßnahmen, die im Gespräch sind, um den angeblich verbreiteten Missbrauch von Praktika einzudämmen, würden vor allem den Praktikanten selbst schaden. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Häufig wird in Richtung Wirtschaft der Vorwurf erhoben, eine ganze "Generation" gut ausgebildeter junger Menschen hangele sich nach Abschluss ihrer Ausbildung von Praktikum zu Praktikum. In einer aktuellen DIHK-Umfrage äußerten sich mehr als 1.100 Unternehmen zu den Regulierungsansätzen, die diese vermeintliche Ausbeutung verhindern sollen.

"Praktika sind eine wichtige Chance für den Berufseinstieg", kommentierte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun die Ergebnisse der Untersuchung gegenüber dem "Handelsblatt". Solche Praxiserfahrungen seien während der Ausbildung oder direkt im Anschluss daran unverzichtbar.

"Die jetzt diskutierten Regelungen würden jährlich mindestens 100.000 Praktikantenstellen gefährden", warnte Braun. "Das kann weder im Interesse der Politik noch der Unternehmen liegen." Am härtesten träfen solche Regeln der Umfrage zufolge ausgerechnet die, denen sie nützen sollen: Schüler, Studenten und Hochschulabsolventen, für die sie den Weg ins Berufsleben erschweren.

"Auch ich bin natürlich gegen einen Missbrauch von Praktikanten als unbezahlte Arbeitskräfte – im Interesse der Jugendlichen, aber auch eines fairen Wettbewerbs", sagte der DIHK-Präsident. "Doch die geltenden Gesetze sind hier bereits völlig eindeutig und ausreichend. Sollte es Defizite bei Information und Anwendung dieser Regeln geben, muss Politik hier ansetzen – nicht aber mit neuen Gesetzen den jungen Menschen schaden."

Die Ergebnisse der Erhebung "Gesetzliche Regelungen für Praktika – Die Sicht der Unternehmen" stehen hier zum Download bereit:

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