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02. Dezember 2009
5. Förderpreis für angewandte Informatik verliehen
"Bedeutung der Informatik unterstreichen“
Münster/Drensteinfurt/Recklinghausen. - Der mit 1500 Euro dotierte „Förderpreis für Angewandte Informatik“, der heute (1. Dezember 2009) in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen in Münster verliehen wurde, geht in diesem Jahr an Dr. Steffen Wachenfeld. Wachenfeld ist in Unna geboren, hat am Institut für Informatik der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster studiert und lebt seit April 2009 in Philadelphia (USA).
Ebenfalls ausgezeichnet wurden Dr. Joachim Schwieren aus Drensteinfurt und Jörg-Stefan Praßni aus Recklinghausen. Sie erhielten Sonderpreise in Höhe von je 500 Euro, die der Förderkreis für Angewandte Informatik e.V. zusätzlich zum Hauptpreis stiftete. Die Jury, der Vertreter der Wirtschaft und der Wissenschaft angehören, hatte sich aufgrund der hervorragenden Qualität der eingereichten Arbeiten entschlossen, zwei der vorgeschlagenen Arbeiten mit Sonderpreisen auszuzeichnen. Dem Förderverein gehören rund 30 Unternehmen und Einrichtungen aus der Region an. Vorsitzender ist Martin Kittner, Niederlassungsleiter von IBM in Münster.
Mit dem Preis zeichnete der Förderkreis bereits zum fünften Mal junge Nachwuchswissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster aus, die herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Angewandten Informatik gezeigt haben. Bei der Auswahl der Preisträger legen die Jurymitglieder besonderen Wert auf die praktische Bedeutung der ausgezeichneten Arbeiten.
Die Dissertation von Steffen Wachenfeld mit dem Titel „Recognition of Screen-Rendered Text“ erfüllt nach Auffassung der Jury diese Anforderungen in besonderem Maße. Wachenfeld entwickelte eine neue Methode zur automatischen Erkennung von Zeichen und Texten, die pixelweise auf Bildschirmen dargestellt sind. Aufgrund der oft äußerst geringen Auflösung versagen in solchen Situationen die klassischen Verfahren zur Texterkennung, wie sie z.B. für gescannte Eingaben üblich sind.
Dr. Joachim Schwieren, der am Institut für Wirtschaftsinformatik studiert hat, erhält einen Sonderpreis für die Arbeit mit der höchsten Praxisrelevanz. Das Thema seiner Dissertation lautete: „Konzeption und Realisierung einer RFID-Middleware-Architektur für Mobile Systeme“. Jörg-Stefan Praßni erhielt den Sonderpreis für die beste Diplomarbeit, die den Titel „Sketch-based Volume Classification“ trägt. Er absolvierte sein Studium am Institut für Informatik.
„Die praktische Anwendbarkeit der Ergebnisse ist uns sehr wichtig, um eine Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern“, betonte Ludger Hemker, zweiter Vorsitzender im Förderverein und Geschäftsführer der items GmbH in Münster, bei der Preisverleihung in der IHK. Die Laudatio für die Preisträger hielt Prof. Dr. Wolfram Lippe, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Angewandte Informatik.
Vorstandsmitglied Dr. Christoph Asmacher, stellvertretender IHK-Geschäftsführer und damit Gastgeber der Preisverleihung, unterstrich den herausragenden Stellenwert, den der Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien in der Region hat. „Der Förderpreis dient dazu, die besondere Bedeutung der Informatik und der Angewandten Informatik in Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstreichen“, sagte Asmacher.
Den Festvortrag zur Preisverleihung hielt Dr. Joachim Schaper, der Vizepräsident der weltweiten Forschungsorganisation der SAP AG. Er ist für die Forschungsaktivitäten der SAP AG in Europa, dem mittleren Osten und Afrika zuständig. Er referierte vor den rund 70 Zuhörern über das Thema „Cloud Computing für die nächste Generation von Businessanwendungen“.
Schaper beschreibt das neue Geschäftsmodell, durch das sich die Beziehung zwischen Lösungsanbieter und Anwender in der Informationswirtschaft verändert. Beim Cloud Computing wird die Software bei Bedarf über das Internet bezogen und nicht mehr auf dem eigenen Rechner installiert.
Schaper studierte Informatik und Betriebswirtschaftslehre an der TU Karlsruhe, wo er auch 1995 promovierte. Nach Tätigkeiten bei der Daimler Benz AG und der Digital Equipment GmbH ist Dr. Schaper seit 1998 bei der SAP AG tätig. Die von ihm betreuten Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Internet Architecture Next Generation, Web-based Distance Learning und Pervasive Computing.
Foto/Bildzeile:
Ludger Hemker (3.v.r.) übergab zusammen mit Festredner Dr. Joachim Schaper (l.), Prof. Dr. Wolfram Lippe (M.) und Dr. Christoph Asmacher (r.) den Förderpreis für Angewandte Informatik an den Hauptpreisträger Dr. Steffen Wachenfeld (3.v.l.) sowie die weiteren Preisträger, Dr. Joachim Schwieren (2.v.l.) sowie Jörg-Stefan Praßni (2.v.r.).
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