.RUHR.2010

RUHR.2010-Projekt "Schachtzeichen": 400 Ballone markieren die ehemaligen Standorte der Bergwerke und Schachtanlage im Ruhrgebiet. (Foto: RUHR2010 GmbH)
RUHR.2010
Wirtschaft setzt Zeichen
Das Ruhrgebiet war 2010 Europas Kulturhauptstadt. Zu 300 Projekten mit rund 2500 Veranstaltungen kamen mehrere Millionen Besucher aus dem In- und Ausland. Erstmalig in der Geschichte der europäischen Kulturhauptstädte spielte die Wirtschaft eine prägende Rolle bei der Präsentation einer Region.
Das Zauberwort für die Macher lautete „Kreativwirtschaft“. Noch nie zuvor hatte eine Kulturhauptstadt dies zu einem Hauptthema ihres Auftritts gemacht. Der Wirtschaftsbereich stand dabei gleichwertig neben der mit öffentlichen Mitteln finanzierten Kultur. „Nur das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Kultur wird einen nachhaltigen Wandel im Ruhrgebiet herbeiführen“, sagte Professor Dieter Gorny, der künstlerische Direktor der RUHR.2010. Wegfallende Industriearbeitsplätze könnten durchaus durch neue Jobs in der Kreativwirtschaft ersetzt werden – dem europäischen Zukunftsmarkt.
Open houses in Unternehmen
Bereits heute sind in der Region 23 000 Firmen mit einer sechsstelligen Mitarbeiterzahl tätig. Ihr Jahresumsatz liegt bei rund acht Milliarden Euro. Dabei liegen die Wachstumsraten doppelt so hoch wie in anderen Bereichen. Die Kreativwirtschaft wurde im Rahmen von RUHR.2010 besonders gefördert. Mit dem Projekt „Kreativ.Quartiere“ wurden in- und ausländische „Arbeiter“ aus kreativen Bereichen ins Revier geholt bzw. die Studierenden und Unternehmer im Ruhrgebiet gehalten.
Zum Kulturhauptstadtjahr 2010 hatten die Industrie- und Handelskammern der Region eine Initiative gestartet. Bei der Aktion „Open Houses“ öffnten Unternehmen unter dem Motto „Ruhr companies welcome Europe“ ihre Häuser für Gäste aus aller Welt. Mit dabei waren mittelständische Unternehmen aus Handel, Dienstleistung und Industrie, aber auch internationale Konzerne wie ThyssenKrupp Steel.
Herzstück der Initiative war das Internetportal www.openhouses2010.com, das Januar 2010 online ging. Hier zeigte ein zweisprachiger Terminkalender, welches Unternehmen wann seine Türen für die Besucher öffnet. Wer sich für einen Besuch interessierte, erhielt zusätzliche Infos über den Betrieb. „Mit dieser IHK-Initiative können sich die Unternehmen in der Region mit geringem Aufwand, aber großer sympathischer Wirkung aktiv am Programm des Kulturhauptstadtjahres beteiligen“, so Veronika Lühl, stellvertretende Hautgeschäftsführerin der IHK zu Essen.
Städte in Aktion
Auch einzelne Städte in der Emscher-Lippe-Region setzten während des Kulturhauptstadtjahres auf eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.
Beispiel Gelsenkirchen: In der größten Stadt der Region ging am 8. Juni das Projekt „Bosse als Lehrer“ über die Bühne. Gelsenkirchener Unternehmer besuchten dann zeitgleich alle weiterführenden Schulen in der Stadt , um mit den Schülern aktuelle wirtschaftliche Themen zu diskutieren und Einblicke in den Berufs- sowie Betriebsalltag zu geben. „Als außergewöhnliche Bildungsaktivität passt das Projekt hervorragend in das Kulturhauptstadtjahr. Wir bilden so zwei der wichtigsten Zukunftsbereiche der Stadt Gelsenkirchen ab: Bildung und Wirtschaft“, so Peter Schnepper, Leitender Geschäftsführer der IHK Nord Westfalen in Gelsenkirchen.
Das Projekt ist deutschlandweit einmalig. An der Aktion waren neben der IHK auch die Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe, der DEHOGA Westfalen, der Einzelhandelsverband Westfalen West, die Kreishandwerkerschaft und die Wirtschaftsinitiative Gelsenkirchen beteiligt.
Beispiel Recklinghausen: Über der Kreisstadt schwebten während neun Tagen im Mai dutzende gelbe Ballone in 80 Meter Höhe über dem Erdboden. Mit der spektakulären Aktion, die in der gesamten Region mit rund 400 „Ballonmarken“ stattfindet, wurden die ehemaligen Standorte von Bergwerken und Schächten markiert.
Beispiel Herten: Die Stadt hat eigens eine Kulturhauptstadt-Aktie mit einem Motiv herausgeben, das der Künstler Iskender Gider gestaltet hat. Das handsignierte DIN A0 große Werk erschien in einer Auflage von 111 Stück.
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