IHK Nord Westfalen

Wir machen uns stark für Ihren Erfolg

Sonntag, 22.01.2017

Seiten-Nummer: P03542

.Rohstoffe

Oberflächennahe Steine- und Erdenen-Rohstoffe im Regierungsbezirk Münster. (Geologischer Dienst NRW)

Rohstoffvorkommen in Nord-Westfalen

Überall Schätze

Gut, wenn Rohstoffe in der eigenen Region vorhanden sind. Noch besser, wenn ihre Abgrabung auch ermöglicht wird. Denn davon hängen viele Arbeitsplätze ab. Bei Rohstoffen denken die meisten zunächst an Eisenerze, Edelmetalle, Kohle oder Erdöl. Dabei haben auch Kalk, Sand und Ton große wirtschaftliche Bedeutung. Nord-Westfalen ist eine der rohstoffreichsten Regionen Deutschlands.

„Die laufende Diskussion über den Zugang zu bestimmten seltenen Rohstoffen auf dem Weltmarkt darf nicht den Blick darauf verstellen, dass die Industrie in Deutschland im hohen Maße auch auf heimische Rohstoffe angewiesen ist“, mahnte Michael Schulz, Vorsitzender des Verbandes der Bau- und Rohstoffindustrie e.V. (vero), beim Rohstoffkongress im April. „Im Münsterland sind es vor ­allem Kalkstein, Mergelkalk, Tonstein, Tonschiefer, Ton, Lehm, Naturstein, Sandstein, Kies, Sand und Quarzsand, in der Emscher-Lippe-Region Quarzsand bzw. Quarzkies, Kies und Sand“, weiß Ingo Schäfer vom Geologischen Dienst NRW. Die wertvollen Stoffe werden zum Teil direkt vor Ort weiterverarbeitet. Entsprechend groß ist die Bedeutung für die Wirtschaft im IHK-Bezirk. Die Region besitze, so Schäfer, eine Vielzahl bedeutender Lagerstätten, zum Teil seien sie ­einzigartig.

Vorkommen von sogenannten karbonatischen, das heißt kalkhaltigen Sandsteinen finden sich insbesondere im Raum Coesfeld. Ein karbonzeitlicher Sandstein ist zum Beispiel der im Raum Ibbenbüren. Überregional ­gefragt ist er sowohl als Natur­werkstein als auch im Straßenbau. Die im südöstlichen Münsterland zutage tretenden feinkörnigen Kalksteine werden vor allem für die Zement- und Branntkalkherstellung genutzt. In Nord-Westfalen sind auch sogenannte Geschiebelehme stark verbreitet. Dabei handelt es sich ebenfalls um eiszeitliche Ablagerungen. In einer Dicke - der Fachmann spricht von „Mächtigkeit“ - von ­etwa einem Meter kommen sie zum Beispiel zwischen Stadtlohn und Gescher vor. Im weiteren Verlauf über Coesfeld und Haltern lagern Geschiebelehme über den tiefer liegenden, noch kalkhaltigen Geschiebemergeln. Unter Beimengung von Tonen eignen sich diese Rohstoffe für Baumaterialien wie Vor-, Hintermauer- und Hochlochsteinen.

Lösslehm der jüngeren Weichsel-Kaltzeit findet man in zwei bis drei Meter dicken Schichten bei Schapdetten. Größere Vorkommen an Ton- und Tonmergelsteinen lagern um Ochtrup und im Bereich Lüdinghausen/Amelsbüren.

Münsterländer Kiessandzug

Die im Münsterland gewonnenen Kiese und Sande finden Verwendung als Füll- und Schüttmaterial im Tiefbau, als Mauer- und Putzsande, als Betonzuschlag, zur Herstellung von Kalksandsteinen und zementgebundenen Formsteinen sowie als Zuschlag für Teerschotter. Der Münsterländer Kiessandzug, wie Fachleute das Rohstofflager nennen, ist ein Kilometer breites und 70 Kilometer langes Vorkommen zwischen Rheine und Münster.

Von besonderer Qualität sind die „Halterner Sande“ zwischen Coesfeld und Dorsten. Sie treten dort in Mächtigkeiten von 250 Metern auf und enthalten sehr hohe Quarzanteile. Quarzsande werden für die Glasherstellung, bei der Wasser- und Abwasseraufbereitung oder in der Elektronikindustrie verwendet.

Die Baustoff- und Rohstoffindustrie in Nord-Westfalen steht also auf einem guten Boden. Sie bildet das Fundament vieler anderer Branchen. Zementwerke, Kalk- und Kalksandsteinwerke sowie Ziegel- und Klinkerwerke setzen diese Rohstoffe ein. Verwendung finden sie auch im Straßen-, Wasser- und Wegebau, im Hoch- und Tiefbau, in der Eisen- und Stahlindustrie, der chemischen Industrie, in der Land- und Forstwirtschaft, bei der Wasseraufbereitung und bei der Energieerzeugung.

Rohstoffe als Grundlage

„Die Baustoff- und Rohstoffindustrie steht am Anfang vieler Wertschöpfungsketten“, erklärt Marco Bokies, Geschäftsführer des Verbandes vero: „Die rund 4000 deutschen Unternehmen setzen 25 Milliarden Euro pro Jahr um und ­beschäftigten aktuell 132 500 Menschen“. Die Rohstoffindustrie und die ihr nachgelagerten Industrien erwirtschafteten 2009 etwa ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes von NRW, wie der Verbandsvorsitzende Schulz hervorhebt. Auch viele Arbeitsplätze bei Zulie­ferern und Abnehmern hängen von der Gewinnung und Verarbeitung minera­lischer Rohstoffe ab. Der Verband schätzt, dass eine Stelle in der Baustoff- und Rohstoffindustrie sieben Folgearbeitsplätze in den nachgelagerten Industrien schafft.

Nach Angaben von Bokies sind in Nord-Westfalen rund 100 Unternehmen tätig, die auf die Gewinnung mineralischer Rohstoffe angewiesen sind. Abgraber sind ebenso darunter wie Zementhersteller oder Ziegel-, Klinker-, Kalk- und Kalksandsteinwerke.

Wenig Blick über den Tellerrand

Die Rohstoffbranche sei, so der vero-Geschäftsführer, wie kaum ein anderer Industriezweig auf die Kompetenz von Behörden und Politik angewiesen. Ob und wie eine Lagerstätte genutzt werden könne,  hänge davon ab, ob diese in der Regionalplanung ausgewiesen werde. Damit trage die öffentliche Regionalplanung eine hohe Verantwortung für die Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit diesen Rohstoffen. Bokies: „Die im Planungsprozess mitgestaltende Politik ist dabei häufig den Einflüssen von Interessengruppen ausgesetzt, die eine Flächenausweisung vor der eigenen Haustür erfolgreich bekämpfen. Es fehlt oft der Blick über den Tellerrand hinsichtlich der ökonomischen und ökologischen Folgen.“

Autor: Volker Pieper

Ansprechpartner

Dr. Eckhard Göske

Dr. Eckhard Göske

Telefon 0251 707-313

Telefax 0251 707-324

goeske@ihk-nordwestfalen.de

Abteilungsleiter Industrie und Unternehmensförderung, Planung

 

IHK-App

IHK-App

Anmeldung leicht gemacht

Mit der neuen IHK-App können sich Nutzer zu Veranstaltungen anmelden und IHK-Publikationen lesen.

 

Energie und Rohstoffe sichern

Energie und Rohstoffe sichern

Die IHK Nord Westfalen hat sich 2012 das Jahresthema "Energie und Rohstoffe für morgen" gesetzt. Im IHK-Wirtschaftsspiegel erscheinen dazu informative Berichte.

 

IHK-Standorte

  • Münster

    Sentmaringer Weg 61

    48151 Münster

    Telefon:
    0251 707 - 0
    Telefax:
    0251 707 - 325

    Geschäftszeiten

    Mo. - Do.: 7.30 - 17.00 Uhr
    Fr.: 7.30 - 15.30 Uhr
    Fachabteilungen:
    Mo. - Do.: 8:00 - 17.00 Uhr
    Fr.: 8.00 - 15.30 Uhr

    Wegbeschreibung:
    Busverbindung ab Hauptbahnhof:
    Linie 1 und 9 Bussteig D2
    bis Haltestelle Alter Schützenhof
    Linie 2 Bussteig C2
    bis Haltestelle Alter Schützenhof
    Linie 7, 15 und 16 Bussteig D1
    bis Haltestelle WL-Bank/IHK

     
  • Gelsenkirchen

    Rathausplatz 7

    45894 Gelsenkirchen-Buer

    Telefon:
    0209 388 - 0
    Telefax:
    0209 388 - 101

    Geschäftszeiten

    Mo. - Do.: 7.30 - 17.00 Uhr
    Fr.: 7.30 - 15.30 Uhr
    Fachabteilungen:
    Mo. - Do.: 8:00 - 17.00 Uhr
    Fr.: 8.00 - 15.30 Uhr

    Wegbeschreibung:
    Ab Hbf Gelsenkirchen:
    Straßenbahn Linie 301 und 302
    bis Haltestelle Buer-Rathaus
    Bus Linie 380, SB 28 und SB 23
    bis Haltestelle Buer-Rathaus
    S-Bahn-Linie 9
    bis Haltestelle Gelsenkirchen Buer-Nord

     
  • Bocholt

    Willy-Brandt-Straße 3

    46395 Bocholt

    Telefon:
    02871 9903 - 0
    Telefax:
    02871 9903 - 40

    Geschäftszeiten

    Mo. - Do.: 7.30 - 17.00 Uhr
    Fr.: 7.30 - 15.30 Uhr
    Fachabteilungen:
    Mo. - Do.: 8:00 - 17.00 Uhr
    Fr.: 8.00 - 15.30 Uhr

    Wegbeschreibung:
    Hinweis: Zur Navigation geben Sie bitte Friesenstraße 3 ein!
    Fußweg vom Bahnhof: 3 Minuten
    Anfahrt per Bahn:
    aus Richtung Wesel im 1-Stunden-Takt
    Anfahrt per Bus:
    bis Haltestelle Europaplatz oder Bahnhof

     
  • Akademie der Wirtschaft

    Eine Übersicht aller Standorte finden Sie unter folgendem Link: