IHK Nord Westfalen

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Donnerstag, 11.03.2010

Seiten-Nummer: P00314

.Münsterland und Emscher-Lippe-Raum

Nord-Westfalen: Fünf Kreise und drei kreisfreie Städte

Kurzprofil einer erfolgreichen Region

Breite Unternehmensbasis
unverkennbare Stärke

Der IHK-Bezirk besteht aus den kreisfreien Städten Münster, Gelsenkirchen und Bottrop sowie aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt und Warendorf mit insgesamt 2,6 Millionen Einwohnern. Das sind 200.000 Personen mehr als 1980. Der Zuwachs vollzog sich im Münsterland. Die Bevölkerungszahl in der Emscher-Lippe-Region ist dagegen unter das Niveau von 1980 zurückgefallen.

Die IHK Nord Westfalen wurde als IHK zu Münster im August 1854 gegründet - im Jahr 2004 bestand die Selbstverwaltung der regionalen Wirtschaft damit 150 Jahre. Der IHK-Bezirk gliedert sich in zwei unterschiedliche Regionen: Die Emscher-Lippe-Region als nördlicher Teil des Ruhrgebietes und das Münsterland.

Die IHK hat rund 125.000 Mitgliedsunternehmen und in ihrer Region ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 65 Milliarden Euro. Dies entspricht nahezu der doppelten Leistung Sloweniens. Seit dem Beginn der 90er-Jahre hat sich die Wirtschaftskraft der Region um 50 gut Prozent erhöht. Zwei Drittel des BIP werden von Dienstleistungsunternehmen erbracht, 32 Prozent vom Produzierenden Gewerbe.

Unverkennbare Stärke der Region ist ihre breite Unternehmensbasis mit ihrer typischen klein- und mittelständischen Struktur. Im IHK-Bezirk sind nur rund 100 Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten erfasst. 31 Prozent der Unternehmen sind im Handels- und Genossenschaftsregister eingetragen, 69 Prozent sind Kleingewerbetreibende.

Die Firmen, die nicht im Handels- und Genossenschaftsregister eingetragen sind, haben seit 1990 um fast 40.000 auf 88.000 zugenommen. Der Trend zu neuen Unternehmen ist ungebrochen – 18.000 gewerbliche Neugründungen gab es im Jahr 2008.

Die Wirtschaftsstruktur ist insgesamt ausgeglichen. Die umsatzstärksten Industriezweige sind Chemische Industrie, Ernährungsgewerbe und Maschinenbau. Der Gesamtumsatz der Industrie liegt bei 48 Milliarden Euro.

38 Prozent des Gesamtumsatzes werden im Ausland in 170 Ländern erwirtschaftet. Der Auslandsumsatz beträgt 18 Milliarden Euro – mehr als das Bundesland Schleswig-Holstein. Seit 1980 ist der Export auf mehr als das vierfache, im Münsterland sogar auf mehr als das fünffache des Ausgangswertes gestiegen. Allein in den letzten fünf Jahren legte das internationale Geschäft um 70 Prozent zu.

Jedes neunte Unternehmen erzielt Umsätze im Ausland. Während von den Industrieunternehmen jedes dritte am Auslandsgeschäft beteiligt ist, sind es in den Bereichen (Groß-)Handel und Verkehr immerhin 20 Prozent der Unternehmen. Auch von den unternehmensnahen Dienstleistern ist jeder 20. international unterwegs.

Wie wettbewerbsstark die mittelständische Industrie im Münsterland ist, wird auch an den Beschäftigtenzahlen deutlich: Von 1980 bis heute verlor die Industrie in Nordrhein-Westfalen 40 Prozent ihrer Beschäftigten, in der Emscher-Lippe-Region sogar über die Hälfte. Entgegen dem allgemeinen Strukturwandel konnten die Verluste im Münsterland auf unter 20 Prozent begrenzt werden.

Die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind zu einem Prozent in der Land- und Forstwirtschaft, zu 33 Prozent in der Industrie und zu 67 Prozent im Dienstleistungssektor tätig. Ihre Gesamtzahl beläuft sich auf 756.000, hinzu kommen 196.000 geringfügig Beschäftigte. Erwerbstätig sind 1,2 Millionen. Davon sind elf Prozent selbstständig.

Allein im letzten Jahr wurden 16.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. In den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt sowie in der Stadt Münster wurde ein neuer Beschäftigungshöchststand erreicht. Im längerfristigen Vergleich sind die meisten zusätzlichen Jobs im Kreis Coesfeld entstanden. Nach einer Strukturuntersuchung zu den Quellen des Beschäftigungswachstums waren in der jüngeren Vergangenheit zwischen einem Drittel und 60 Prozent des Zuwachses im Münsterland auf die Standortgunst der Region zurückzuführen.

Große Unternehmen im IHK-Bezirk sind unter anderem:
Agravis Raiffeisen, apetito, BASF Coatings, Bischof + Klein, BP Gelsenkirchen, Brillux, Conditorei Coppenrath & Wiese, Ernsting‘s family, Evonik Degussa, Fiege Gruppe, Finanz Informatik, A. Friedr. Flender, GAD, Gelsenwasser, Herta, Hülsta-Werke Hüls, Humana Milchunion, Iglo, Ineos Phenol, Franz Kaldewei, LBS Westdeutsche Landesbausparkasse, LR Health & Beauty, LVM Versicherungen, Miele & Cie, Nordenia Deutschland, The Phone House, Pilkington Deutschland, POLYSIUS, Provinzial NordWest, Schmitz Cargobull, Siemens, ThyssenKrupp Electrical Steel, VEKA, Westdeutsche Lotterie, Westfalen, Westfalia Separator, Westfleisch, Windmöller & Hölscher, Winkelmann Powertrain.

Mit 36.000 Studenten liegt die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster auf dem dritten Platz unter allen deutschen Universitäten. Hinzu kommen zwei Fachhochschulen in Münster und Gelsenkirchen mit zusammen 15.000 Studierenden.

Die IHK legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung. Im Bereich Berufsausbildung sind rund 28.000 Auszubildende registriert (“Duales System”). Im Bereich Weiterbildung werden in circa 900 Veranstaltungen 28.000 Teilnehmer aus den Mitgliedsunternehmen geschult und höher qualifiziert. Seit 1980 hat sich die Teilnehmerzahl mehr als verdoppelt, die Zahl der angebotenen Veranstaltungen ist um drei Viertel gestiegen.

Die IHK Nord Westfalen beschäftigt derzeit 172 Vollzeitbeschäftigte, die auf sechs Arbeitsgebieten tätig sind (Standortpolitik, Recht, Starthilfe/ Unternehmensförderung, Aus- und Weiterbildung, Innovation, International). Je nach gewähltem Maßstab rangiert die IHK zwischen dem 5. und 8. Platz unter allen 80 deutschen IHKs.

Die IHK Nord Westfalen bietet auf ihren Internet-Seiten ein breites Informations-Angebot: Im Jahr 2008 stieg die Zahl der PageViews (Sichtkontakte) auf 6,8 Millionen, hinzu kamen 1,1 Millionen Downloads aus den sechs Arbeitsschwerpunkten der IHK.

Stand: November 2009

Kurzprofile Teilregionen

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