.Münsterland und Emscher-Lippe-Raum
Nord-Westfalen: Fünf Kreise und drei kreisfreie Städte
Kurzprofil einer erfolgreichen Region
Breite Unternehmensbasis
unverkennbare Stärke
Der IHK-Bezirk besteht aus den kreisfreien Städten Münster, Gelsenkirchen und Bottrop sowie aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt und Warendorf mit insgesamt 2,6 Millionen Einwohnern. Das sind rund 180.000 Personen mehr als 1980. Der Zuwachs vollzog sich im Münsterland. Die Bevölkerungszahl in der Emscher-Lippe-Region ist dagegen unter das Niveau von 1980 zurückgefallen.
Die IHK Nord Westfalen wurde als IHK zu Münster im August 1854 gegründet - im Jahr 2004 bestand die Selbstverwaltung der regionalen Wirtschaft damit 150 Jahre. Der IHK-Bezirk gliedert sich in zwei unterschiedliche Regionen: Die Emscher-Lippe-Region als nördlicher Teil des Ruhrgebietes und das Münsterland.
Die IHK hat fast 150.000 Mitgliedsunternehmen und in ihrer Region ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 71 Milliarden Euro. Dies ist größer als die Leistung der Slowakischen Republik. 69 Prozent des BIP werden von Dienstleistungsunternehmen erbracht, 30 Prozent vom Produzierenden Gewerbe.
Unverkennbare Stärke der Region ist ihre breite Unternehmensbasis mit ihrer typischen klein- und mittelständischen Struktur. Im IHK-Bezirk sind nur rund 100 Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten erfasst. Rund 30 Prozent der Unternehmen sind im Handels- und Genossenschaftsregister eingetragen, 70 Prozent sind Kleingewerbetreibende.
Die Firmen, die nicht im Handels- und Genossenschaftsregister eingetragen sind, haben seit 1990 um über 55.000 auf 105.000 zugenommen. Der Trend zu neuen Unternehmen ist ungebrochen – knapp 9.000 gewerbliche Neugründungen gab es im Jahr 2012.
Die Wirtschaftsstruktur ist insgesamt ausgeglichen. Die umsatzstärksten Industriezweige sind Chemische Industrie, Ernährungsgewerbe und Maschinenbau. Der Gesamtumsatz der Industrie liegt bei 44 Milliarden Euro.
39 Prozent des Gesamtumsatzes werden im Ausland in 170 Ländern erwirtschaftet. Der Auslandsumsatz beträgt 17 Milliarden Euro – weit mehr als das Bundesland Schleswig-Holstein. Der Einbruch in 2009 ist kompensiert. Von 1980 bis 2012 ist der Export auf das vierfache, im Münsterland sogar auf mehr als das fünffache des Ausgangswertes gestiegen.
Jedes neunte Unternehmen erzielt Umsätze im Ausland. Während von den Industrieunternehmen jedes dritte am Auslandsgeschäft beteiligt ist, sind es in den Bereichen (Groß-)Handel und Verkehr immerhin 20 Prozent der Unternehmen. Auch von den unternehmensnahen Dienstleistern ist jeder Zehnte international unterwegs.
Wie wettbewerbsstark die mittelständische Industrie im Münsterland ist, wird auch an den Beschäftigtenzahlen deutlich: Von 1980 bis heute verlor die Industrie in Nordrhein-Westfalen 40 Prozent ihrer Beschäftigten, in der Emscher-Lippe-Region sogar über die Hälfte. Entgegen dem allgemeinen Strukturwandel konnten die Verluste im Münsterland auf unter 20 Prozent begrenzt werden.
Nach einer neuen Studie schafft ein zusätzlicher Arbeitsplatz in der Industrie einen weiteren im Dienstleistungsgewerbe. 200.000 Arbeitsplätze in Nord-Westfalen hängen inzwischen direkt oder indirekt vom Auslandsgeschäft ab.
Die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind zu einem Prozent in der Land- und Forstwirtschaft, zu 31 Prozent in der Industrie und zu 68 Prozent im Dienstleistungssektor tätig. Ihre Gesamtzahl beläuft sich auf gut 800.000, hinzu kommen 194.000 ausschließlich geringfügig Beschäftigte. Erwerbstätig sind 1,2 Millionen. Davon sind zehn Prozent selbstständig.
In 2012 erreichte die Zahl der Arbeitsplätze ihr Allzeithoch. Seit 2006 war die Wachstumsdynamik in Nord-Westfalen und vor allem im Münsterland besonders hoch. Im längerfristigen Vergleich sind die meisten zusätzlichen Jobs im Kreis Coesfeld entstanden. Insbesondere die Standortgunst im Münsterland trägt zum Beschäftigungswachstum bei.
Große Unternehmen im IHK-Bezirk sind unter anderem:
Agravis Raiffeisen, apetito, BASF Coatings, Bischof + Klein, BP Gelsenkirchen, Brillux, Conditorei Coppenrath & Wiese, DMK Deutsches Milchkontor, Ernsting‘s family, Fiege Gruppe, Finanz Informatik, GAD, Gelsenwasser, Haver & Boecker, Hengst, Herta, Hülsta-Werke Hüls, Iglo, K+K Klaas & Kock, Franz Kaldewei, LBS Westdeutsche Landesbausparkasse, LR Health & Beauty, LVM Versicherungen, Miele & Cie, Nordenia Deutschland, Pilkington Deutschland, POLYSIUS, Provinzial NordWest, Schmitz Cargobull, Takko, ThyssenKrupp Electrical Steel, VEKA, Westdeutsche Lotterie, Westfalen, GEA Westfalia Separator, Westfleisch, Windmöller & Hölscher, Winkelmann Powertrain.
Mit 40.000 Studenten gehört die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster zu den größten deutschen Universitäten. Hinzu kommen zwei Fachhochschulen in Münster und Gelsenkirchen mit zusammen 20.000 Studierenden.
Die IHK legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung. Im Bereich Berufsausbildung sind rund 27.000 Auszubildende registriert (“Duales System”). Im Bereich Weiterbildung werden in circa 600 Veranstaltungen 18.000 Teilnehmer aus den Mitgliedsunternehmen geschult und höher qualifiziert.
Die IHK Nord Westfalen beschäftigt derzeit gut 170 Vollzeitbeschäftigte, die auf sechs Arbeitsgebieten tätig sind (Standortpolitik, Recht/ Steuern, Existenzgründung/ Unternehmensförderung, Aus- und Weiterbildung, Innovation/ Umwelt, International). Je nach gewähltem Maßstab rangiert die IHK zwischen dem 2. und 8. Platz unter allen 80 deutschen IHKs.
Stand: Mai 2013
- Regionenprofil: Vom Dreibein zum Tausendfüßler (
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