IHK Nord Westfalen

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Samstag, 04.02.2012

Seiten-Nummer: P00314

.Münsterland und Emscher-Lippe-Raum

Nord-Westfalen: Fünf Kreise und drei kreisfreie Städte

Kurzprofil einer erfolgreichen Region

Breite Unternehmensbasis
unverkennbare Stärke

Der IHK-Bezirk besteht aus den kreisfreien Städten Münster, Gelsenkirchen und Bottrop sowie aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt und Warendorf mit insgesamt 2,6 Millionen Einwohnern. Das sind knapp 200.000 Personen mehr als 1980. Der Zuwachs vollzog sich im Münsterland. Die Bevölkerungszahl in der Emscher-Lippe-Region ist dagegen unter das Niveau von 1980 zurückgefallen.

Die IHK Nord Westfalen wurde als IHK zu Münster im August 1854 gegründet - im Jahr 2004 bestand die Selbstverwaltung der regionalen Wirtschaft damit 150 Jahre. Der IHK-Bezirk gliedert sich in zwei unterschiedliche Regionen: Die Emscher-Lippe-Region als nördlicher Teil des Ruhrgebietes und das Münsterland.

Die IHK hat annähernd 140.000 Mitgliedsunternehmen und in ihrer Region ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 65 Milliarden Euro. Dies ist größer als die Leistung der Slowakischen Republik. Seit dem Beginn der 90er-Jahre hat sich die Wirtschaftskraft der Region um gut 50 Prozent erhöht. 71 Prozent des BIP werden von Dienstleistungsunternehmen erbracht, 28 Prozent vom Produzierenden Gewerbe.

Unverkennbare Stärke der Region ist ihre breite Unternehmensbasis mit ihrer typischen klein- und mittelständischen Struktur. Im IHK-Bezirk sind nur rund 100 Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten erfasst. 30 Prozent der Unternehmen sind im Handels- und Genossenschaftsregister eingetragen, 70 Prozent sind Kleingewerbetreibende.

Die Firmen, die nicht im Handels- und Genossenschaftsregister eingetragen sind, haben seit 1990 um fast 50.000 auf 98.000 zugenommen. Der Trend zu neuen Unternehmen ist ungebrochen – 20.000 gewerbliche Neugründungen gab es im Jahr 2010.

Die Wirtschaftsstruktur ist insgesamt ausgeglichen. Die umsatzstärksten Industriezweige sind Chemische Industrie, Ernährungsgewerbe und Maschinenbau. Der Gesamtumsatz der Industrie liegt bei 41 Milliarden Euro.

37 Prozent des Gesamtumsatzes werden im Ausland in 170 Ländern erwirtschaftet. Der Auslandsumsatz beträgt 15 Milliarden Euro – mehr als das Bundesland Schleswig-Holstein. Von 1980 bis 2008 ist der Export auf mehr als das vierfache, im Münsterland sogar auf mehr als das fünffache des Ausgangswertes gestiegen. 

Jedes neunte Unternehmen erzielt Umsätze im Ausland. Während von den Industrieunternehmen jedes dritte am Auslandsgeschäft beteiligt ist, sind es in den Bereichen (Groß-)Handel und Verkehr immerhin 20 Prozent der Unternehmen. Auch von den unternehmensnahen Dienstleistern ist jeder 20. international unterwegs.

Wie wettbewerbsstark die mittelständische Industrie im Münsterland ist, wird auch an den Beschäftigtenzahlen deutlich: Von 1980 bis heute verlor die Industrie in Nordrhein-Westfalen gut 40 Prozent ihrer Beschäftigten, in der Emscher-Lippe-Region sogar über die Hälfte. Entgegen dem allgemeinen Strukturwandel konnten die Verluste im Münsterland auf unter 20 Prozent begrenzt werden.

Die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind zu einem Prozent in der Land- und Forstwirtschaft, zu 31 Prozent in der Industrie und zu 68 Prozent im Dienstleistungssektor tätig. Ihre Gesamtzahl beläuft sich auf 780.000, hinzu kommen 197.000 geringfügig Beschäftigte. Erwerbstätig sind 1,2 Millionen. Davon sind zehn Prozent selbstständig.

In 2010 erreichte die Zahl der Arbeitsplätze den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung: Rund 770.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wurden im Jahresdurchschnitt registriert. Die positive Entwicklung hält auch zu Beginn des Jahres 2011 an. In der zweite Hälfte des letzten Jahrzehnts war die Wachstumsdynamik in Nord-Westfalen und vor allem im Münsterland besonders hoch. Im längerfristigen Vergleich sind die meisten zusätzlichen Jobs im Kreis Coesfeld entstanden. Insbesondere die Standortgunst im Münsterland trägt zum Beschäftigungswachstum bei.

Große Unternehmen im IHK-Bezirk sind unter anderem:
Agravis Raiffeisen, apetito, BASF Coatings, Bischof + Klein, BP Gelsenkirchen, Brillux, Conditorei Coppenrath & Wiese, DMK Deutsches Milchkontor, Ernsting‘s family, Evonik Degussa, Fiege Gruppe, Finanz Informatik, GAD, Gelsenwasser, Haver & Boecker, Herta, Hülsta-Werke Hüls, Iglo, K+K Klaas & Kock, Franz Kaldewei, LBS Westdeutsche Landesbausparkasse, LR Health & Beauty, LVM Versicherungen, Miele & Cie, Nordenia Deutschland, The Phone House, Pilkington Deutschland, POLYSIUS, Provinzial NordWest, Schmitz Cargobull, Siemens, Takko, ThyssenKrupp Electrical Steel, VEKA, Westdeutsche Lotterie, Westfalen, GEA Westfalia Separator, Westfleisch, Windmöller & Hölscher, Winkelmann Powertrain.

Mit 38.000 Studenten gehört die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster zu den größten deutschen Universitäten. Hinzu kommen zwei Fachhochschulen in Münster und Gelsenkirchen mit zusammen 19.000 Studierenden.

Die IHK legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung. Im Bereich Berufsausbildung sind rund 27.000 Auszubildende registriert (“Duales System”). Im Bereich Weiterbildung werden in circa 600 Veranstaltungen 12.000 Teilnehmer aus den Mitgliedsunternehmen geschult und höher qualifiziert.

Die IHK Nord Westfalen beschäftigt derzeit 174 Vollzeitbeschäftigte, die auf sechs Arbeitsgebieten tätig sind (Standortpolitik, Recht, Starthilfe/ Unternehmensförderung, Aus- und Weiterbildung, Innovation, International). Je nach gewähltem Maßstab rangiert die IHK zwischen dem 2. und 10. Platz unter allen 80 deutschen IHKs. Bei der Zahl der Ausbildungsbetriebe steht die IHK Nord Westfalen auf dem zweiten Platz, bei der Zahl der Auszubildenden auf Platz vier.

Stand: November 2011

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