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Samstag, 04.02.2012

Seiten-Nummer: N03132

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02. September 2010

IHK veröffentlicht Top Ten der Ausbildungsberufe

„Es gibt mehr als drei Berufe“

Münsterland / Emscher-Lippe-Region. 9.000 Jugendliche haben bislang in diesem Jahr im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region ihre Lehre in einem IHK-Ausbildungsberuf begonnen. Dies hat die Auswertung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen für die ersten neun Monate des Jahres ergeben. „Aber es könnten noch viel mehr sein“, sagt der für die Ausbildung zuständige IHK-Geschäftsführer Michael Vornweg, „wenn bei der Lehrstellensuche das ganze Spektrum der Ausbildungsberufe genutzt würde“.

Denn nach wie vor konzentrieren sich mehr als die Hälfte der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse auf gerade einmal zehn Ausbildungsberufe. Dabei umfasst schon das Repertoire der Berufe, die von der IHK Nord Westfalen betreut werden, über 150 verschiedene Wahlmöglichkeiten. Allein die drei kaufmännischen Ausbildungen in den Bereichen Industrie und Einzelhandel vereinen mehr als ein Viertel der Berufseinsteiger im IHK-Bereich auf sich.

Beliebt bei den Schulabgängern sind auch die Ausbildungen zum Bürokaufmann sowie zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel, die die Plätze 4 und 5 belegen. Auf den Plätzen 6 bis 10 folgen die Industriemechaniker, Bankkaufleute, Elektroniker für Betriebstechnik, Köche sowie die Fachkräfte für Lagerlogistik. Spitzenreiter unter den Ausbildungsberufen sind die Kaufleute im Einzelhandel. Hier hat die IHK Nord Westfalen bis zum Stichtag 1. September 836 Neueintragungen registriert, also fast zehn Prozent aller Neueintragungen. Bei den jungen Männern steht nach wie vor der Industriemechaniker und Fachinformatiker ganz oben auf der Wunschliste, bei den Frauen sind es die kaufmännischen Ausbildungsberufe, die Hotelfachfrau oder die Floristin.

„Viele Jugendliche haben nach wie vor nur sehr ungenaue Vorstellungen von den vielfältigen Möglichkeiten, die ihnen die Arbeitswelt heute bietet“. Andere lassen sich von den Plänen ihrer Freunde leiten oder „segeln im Windschatten von gerade coolen Berufen, statt sich auf ihre Stärken und Talente zu besinnen. Nicht die Frage, "Was soll ich werden?" müssen sich Schulabgänger stellen, sondern: "Wo liegen meine schulischen Stärken, meine Interessen und persönlichen Talente?", rät Vornweg den Schulabgängern.

Denn gerade abseits der Top-Ten-Berufe gibt es häufig gute Chancen einen Ausbildungsplatz für eine "Karriere mit Lehre" zu ergattern. Nischen-Berufe wie z. B. Berufskraftfahrer sowie Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, für Rohr-, Kanal- und Industrieservice oder für Möbel, Küchen- und Umzugsservice bieten gute Alternativen zum vermeintlichen Traumberuf, den es laut Vornweg auch nicht mehr gibt: „Die Chancen auf eine Lehrstelle verbessern sich erheblich, wenn die Suche auf mehrere Berufsfelder ausgeweitet wird“, betont der IHK-Geschäftsführer.

„Einige Lehrstellen bleiben einfach unbesetzt, weil Bewerber fehlen“, resümiert er die Erfahrungen der letzten Jahre. Insbesondere in technischen Berufen, im Einzelhandel und in der Gastronomie klafft „eine kaum verständliche Ausbildungslücke“, die nicht nur auf mangelnde Qualifikationen zurückzuführen sei: „Blaumann, Schichtbetrieb und unregelmäßige Arbeitszeiten sind anscheinend kaum noch gefragt bei den Jugendlichen“, pointiert der IHK-Bildungsexperte die Lage auf dem Ausbildungsmarkt, „während sich Jugendliche auf eine Ausbildung als Bank- oder Industriekaufmann bewerben, ohne die Voraussetzungen dafür mitzubringen.“ Aber auch Vorurteile müssen über Bord geworfen werden: „Dass Frauen und technische Berufe nicht zusammenpassen, ist definitiv falsch“, so Vornweg.

Die Flexibilität, Eigeninitiative und ein hoher Grad an Mobilität sind demnach notwendig, um den wichtigen Einstieg in die Berufswelt zu finden.

Hinweis für die Redaktionen
Die Top Ten der Ausbildungsberufe steht für den gesamten IHK-Bezirk Nord Westfalen sowie für die Teilregionen Münsterland und Emscher-Lippe-Region zur Verfügung.

Links zu dieser Meldung:

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