.Pressemeldungen
28. Juli 2003
86 Studienreferendare über Berufsausbildung informiert
Reibungslose Schnittstelle als Ziel
Für 86 angehende Lehrerinnen und Lehrer an Berufskollegs ist klar: Eine zeitgemäße Berufsausbildung ist nur durch eine enge Kooperation von Schule und Wirtschaft zu gewährleisten. Das ist das Fazit, das die Referendare auf einer gemeinsamen Veranstaltung von Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Handwerkskammer Münster und das Studienseminar Münster I (Lehramt Berufskollegs) zogen. Erklärtes Ziel der Kooperation ist es, "die Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft möglichst reibungslos zu gestalten". Die detaillierten Hintergrundkenntnisse, die neben dem aktuellen Fachwissen dazu notwendig sind, vermittelten Unternehmer, Schulleiter und Lehrer an Berufskollegs sowie Fachleute für die Berufsausbildung von der IHK und der HWK. Die Entstehung neuer Berufe auf der Basis von Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung erläuterten Dieter Hübl (Handwerkskammer) und Ulrich Manfraß (Kaufmännisches Berufskolleg Ibbenbüren). Am Beispiel der Elektro- und Metallberufe sowie Industriekaufmann/-kauffrau verdeutlichten sie das Zustandekommen eines neuen Ausbildungslehrplanes. Dabei wurde deutlich, dass alle an der beruflichen Bildung Beteiligten, also Arbeitgeber, Gewerkschaften, Bund und Länder, in ein mehrstufiges Verfahren eingebunden sind, um die Erarbeitung neuer Ausbildungsordnungen und ihre Abstimmung mit den Rahmenlehrplänen der Länder zu gewährleisten. Die Grundsätze des Prüfungswesens im Dualen Ausbildungssystem auf der Basis von Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung skizzierten Franz August Schwarte (Sparkassen- und Giroverband) und Bernd Tewes (Handwerkskammer). Am Beispiel der Durchführung von Berufsabschlussprüfungen gaben sie den Referendaren wichtige Einblicke in Prüfungsverfahren. Mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Berufschule beschäftigten sich in einer weiteren Arbeitsgruppe Bernhard Reehuis (Pictorius Berufskolleg Coesfeld), Ursula Schaffstein (Fa. Herber & Petzel) und Dieter Berens (Wilh. Ossmann GmbH & Co.KG). Sie verdeutlichten, dass angesichts gesellschaftlicher Veränderungen eine stärkere Kooperation zwischen Schule und Betrieb "mehr als wünschenswert" wäre. Konkrete Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit sollten genauer formuliert werden, forderten sie. In einer vierten Arbeitsgruppe erläuterten Rudolf Hege und Ludger Schumacher (v.-Weizsäcker-Berufskolleg, Lüdinghausen) und Norbert Vogelpohl (Pictorius-Berufskolleg, Coesfeld) konkrete unterrichtspraktische Beispiele einer effektiven Kooperation von Schule und Betrieb. Die hier vorgestellten Projekte wurden von den Kooperationspartnern als richtungweisend gewertet. Vor allem bei den Schülern, so berichteten die Lehrer, fänden diese kooperativen Projekte große Akzeptanz, besonders, weil sie als ein guter Start ins Berufsleben angesehen würden.
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