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Samstag, 25.05.2013

Seiten-Nummer: P00225

.Pressemeldungen

5. Juli 2005

IHK-Studie zeigt Folgen der Demografie für Betriebe

Frühzeitig auf ältere Belegschaft vorbereiten

Wie sich Unternehmen auf die zunehmende Alterung ihrer Belegschaft vorbereiten können, zeigt eine neue Demografie-Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, die heute (5. Juli) in Münster vorgestellt wurde. Im Moment haben die meisten Betriebe noch ganz andere Sorgen, weiß IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Christian Brehmer. Doch, wer erst reagiert, wenn die Folgen schon zu spüren sind, reagiert zu spät, um Wettbewerbsnachteile zu verhindern, prognostiziert Brehmer. Oberstes Ziel der IHK ist es deshalb, ein Problembewusstsein bei den Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region für das Thema alternde Belegschaften zu schaffen.

Die 30-seitige Studie umfasst aber weitaus mehr, als nur mahnende Worte, die Herausforderung für die betriebliche Personalpolitik rechtzeitig anzugehen. Mit Hilfe einer Checkliste können die Unternehmen selbst prüfen, ob Handlungsbedarf besteht. Es folgen fünf Handlungsfelder mit sehr konkreten Empfehlungen zur Sicherung des Fachkräftebestandes, zur Gesundheitsförderung, zur Qualifizierung älterer Mitarbeiter, zur Organisation des Wissenstransfers im Betrieb sowie zur Sensibilisierung der Führungskräfte. Entwickelt wurde das praxisorientierte Konzept in Zusammenarbeit mit acht Unternehmen von Prof. Dr. Henner Hentze von der Fachhochschule Münster, der auch Autor der IHK-Studie ist.

Der demografische Wandel ist ein schleichender Prozess, der die Leistungsfähigkeit der Unternehmen empfindlich beeinflusst, unterstrich Dr. Brehmer bei der Vorstellung der Studie. Wie weit dieser Prozess im jeweiligen Betrieb bereits vorangeschritten ist, verdeutlicht eine so genannte Altersstrukturanalyse. So oder so steht für den IHK-Hauptgeschäftsführer fest: Weil junge Mitarbeiter knapper werden, ist es schon heute absehbar, dass ältere Mitarbeiter länger in den Betrieben arbeiten. Frühverrentungen auf breiter Basis wie früher werde es schon bald nicht mehr geben. Das können wir uns nicht mehr leisten, weder betriebs- noch volkswirtschaftlich, betonte Brehmer.

Das Renteneintrittsalter steige jedes Jahr um mehrere Monate, bestätigte Prof. Hentze, der aber gute Chancen sieht, sich durch eine angepasste Personalpolitik Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen, sowohl für einzelne Betriebe als auch für die Region Nord-Westfalen insgesamt. Betriebe, die es schaffen, ihre Mitarbeiter über 50 altersgerecht fortzubilden, sind ihren Wettbewerbern eine Nasenlänge voraus, erklärte der Fachmann für betriebliche Personalpolitik. Die Neigung älterer Mitarbeiter jenseits der 50, seltener an beruflicher Weiterbildung teilzunehmen, müsse jedenfalls der Vergangenheit angehören. Keine Frage, ältere Menschen werden mehr denn je gebraucht und genau dieses Gefühl müssen ihnen die Unternehmen auch geben, so ein Fazit der Studie. In Teams mit jüngeren, die neues Wissen aus Ausbildung und Studium in den Betrieb bringen, sollen die älteren Mitarbeiter ihren Erfahrungsschatz in die Waagschale werfen, um die Innovationsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten. Dazu gehöre natürlich ebenso, sich durch frühzeitige Personalwerbung besonders qualifizierte Mitarbeiter zu sichern. Auch mittelständische Unternehmen können und müssen sich zumindest in der Region ein Image als attraktiver Arbeitgeber aufbauen, empfiehlt Hentze. Die hohe Arbeitslosigkeit verstelle den Blick dafür, aber der Wettbewerb um die besten Fach- und Führungskräfte habe schon lange eingesetzt.

Die Studie, die Prof. Hentze zusammen mit der Diplom-Betriebswirtin Doris Hinkelmann geschrieben hat, befasst sich nicht nur mit den bekannten Problemen, sondern auch mit entscheidenden Detailfragen, mit denen Führungskräfte im Zuge einer alternden Belegschaft konfrontiert werden. Wie geht ein 35-jähriger Manager mit seinen durchweg älteren Mitarbeitern um?, fragt Hentze und gibt Lösungsansätze vor. Sie münden letztendlich alle in individuellen Aktionsplänen für die Betriebe. Früher oder später müssen sich alle Unternehmen damit befassen, resümierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Brehmer. Denn kaum eine Entwicklung ist so gut vorhersehbar und gleichzeitig so unausweichlich wie das durchschnittliche Altern unserer Bevölkerung, appelliert er an die Betriebe, schon heute Überlegungen anzustellen, wie sie sich in einem geänderten Umfeld in Zukunft behaupten können.

Hinweis: Die IHK-Studie Alternde Belegschaften Herausforderung für die betriebliche Personalpolitik der Zukunft steht als Download zur Verfügung unter: http://www.ihk-nordwestfalen.de/volkswirtschaft_statistik/demografie-gutachten_2.cfm

 

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