IHK Nord Westfalen

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Mittwoch, 19.06.2013

Seiten-Nummer: P00379

.PR-Tipps für Unternehmen

Das Wichtigste zuerst! In den ersten Satz gehört der Anlass der Pressemitteilung.

Die Pressemitteilung

In der Kürze liegt die Würze

Wie komme ich in die Zeitung? Gut, wenn Sie sich diese Frage schon einmal gestellt haben. Oder haben Sie sich noch nie darüber Gedanken gemacht, wie wichtig es ist, eine interessante Neuigkeit über Ihr Unternehmen der Presse mitzuteilen? Die Gründe liegen doch auf der Hand: Ein Artikel oder eine Meldung über Ihren Betrieb in der Zeitung steigert den Bekanntheitsgrad und schafft geschäftliche Erfolge, und das begünstigt das innerbetriebliche Klima.

Wie Sie sich an die Presse wenden?

Sie schreiben eine Pressemitteilung. Sie liefert den Lokal- und Wirtschaftsredaktionen schwarz auf weiß eine wichtige Nachricht direkt auf den Tisch und ist gleichzeitig für den Unternehmer preisgünstig und zeitsparend. Damit die Zusammenarbeit mit den Redaktionen erfolgreich verläuft, d. h. Ihre Nachrichten auch veröffentlicht werden, sollten Sie einige Tipps und Hinweise zu Anlass, Inhalt und Form einer Pressemitteilung beachten.

Anlass für eine Pressemitteilung

Bedenken Sie bitte, dass die Zeitungsredaktionen mit Informationsmaterial von allen Seiten überschüttet werden. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Nachricht wirklich wichtig ist und wählen Sie Anlass und Zeitpunkt der Pressemitteilung sehr genau. Die Redakteure sind auf der Hut: Ein Artikel ersetzt keine Anzeige. Also: keine Werbung!

Anlässe können beispielsweise sein:

  • neue Produkte und Verfahren oder Dienstleistungen
  • Investitions- und Erweiterungsvorhaben
  • geschäftliche Erfolge (Entwicklung von Umsatz, Kosten und Gewinn)
  • besondere und ungewöhnliche Aufträge
  • Umweltschutzmaßnahmen
  • Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
  • soziale Leistungen innerhalb des Betriebes
  • Jubiläen, Tag der offenen Tür, Messen, Vorträge und Ausstellungen
  • Veränderungen der Geschäftsleitung
  • Mitarbeitereinstellungen oder -entlassungen
  • Kurzarbeit, Umsatzrückgänge, Ertragsminderung
  • Inbetriebnahme oder Schließung von Betriebsstätten
  • Auslandsgäste oder Besuch von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
  • Kooperation oder Fusion mit anderen Unternehmen
  • Neuer Auftritt im Internet
Stellung nehmen

Darüber hinaus können Sie als Unternehmer auch zu allgemeinen Fragen der Wirtschaftspolitik Stellung nehmen, die Sie natürlich mit der eigenen Erfahrung aus Ihrem Unternehmen ”würzen”. Wie wirkt sich die Erhöhung der Gewerbesteuer in Ihrem Betrieb aus? Oder: In welchen Bereichen stößt Ihre Firma immer wieder auf bürokratische Hemmnisse? Haben Sie die Stirn gerunzelt, als Sie lasen, dass Mitarbeiterentlassungen und Umsatzeinbußen Anlässe für eine Pressemitteilung sein können? Auch das Erörtern kritischer Themen und Problembereiche gehört zu einer glaubwürdigen Öffentlichkeitsarbeit. Die Wirtschafts- und Lokalredakteure nehmen dann die Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen ernst, und Sie gewinnen das Vertrauen der Journalisten. Das kann gerade in kritischen Situationen wichtig sein.

Aufbau und Inhalt

Oberstes Gebot: Das Wichtigste zuerst! In den 1. Satz gehört der Anlass der Pressemitteilung. Machen Sie neugierig auf weitere Informationen! Der 1. Absatz muss Antwort geben auf die Fragen:

  • Wer? (Unternehmen oder Personen)
  • Was? (Ereignis, Geschehen)
  • Wie? (Ablauf)
  • Warum? (Gründe)
  • Wo? (Ort)
  • Wann? (Zeitpunkt oder Zeitspanne)

Die Reihenfolge der so genannten W-Fragen ist keinesfalls starr, sondern Anlass und Thema bestimmen, welches ”W” das Wichtigste ist und die Pressemitteilung einleitet

Aktualität zählt!
  • Schreiben Sie in kurzen, einfachen Sätzen, allgemein verständlich (kein Fachchinesisch!) und benutzen Sie keine Abkürzungen.
  • Nennen Sie sich beim Namen (niemals ”wir”!). Sie sind die Informationsquelle: Die Firma Karl Anton hat zehn neue Mitarbeiter eingestellt. Nach Aussage des Unternehmens ...
  • Kennzeichnen Sie Ihre persönliche Meinung: Nach Meinung von Inhaber Müller ..., der Firmenchef wies darauf hin ...
  • Haben Sie Mut zu Zitaten in direkter oder indirekter Rede. Zitate machen die Pressemitteilung lebendiger. Aber Vorsicht: Legen Sie niemandem ein falsches Wort in den Mund.
  • Tatsachen und keine Werbung z. B. in Form von lobenden Adjektiven sind gefragt. Aussagen wie ”sensationell”, ”superbillig” oder ”phantastische Qualität” werden in den Redaktionen gestrichen und tragen nicht zur Glaubwürdigkeit Ihrer Pressemitteilung bei.
  • In der Kürze liegt die Würze! Ersparen Sie dem Redakteur das Kürzen eines langen und langweiligen Textes. So können sich Fehler einschleichen.
  • Ihre Chancen, veröffentlicht zu werden, steigen erheblich mit einem kurzen und prägnanten Text ... Weniger wichtige Informationen und allgemeine Erläuterungen gehören an den Schluss der Mitteilung, so dass der Redakteur den Text gegebenenfalls von hinten her kürzen kann.
  • Machen Sie einen Vorschlag für die Überschrift. Auch hier gilt: je kürzer, desto besser.
  • Bieten Sie den Zeitungen auch Bildmaterial an (Hochglanz, Format 13 x 18) oder digital (hochauflösend, 300 dpi). (vgl. auch: Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit - Das Pressefoto).
Form

Am besten eignet sich ein weißer DIN A 4- oder Ihr Firmenbriefbogen, den Sie deutlich mit Pressemitteilung überschreiben. Verwenden Sie bei allen weiteren Mitteilungen immer wieder die gleiche Aufmachung. Name, Anschrift, Telefonnummer und Datum müssen für Rückfragen gut lesbar sein. Schreiben Sie nur auf einer Seite des Blattes: zweifacher Zeilenabstand und breiter (etwa 6 cm) Rand für redaktionelle Bearbeitung. Beschränken Sie sich auf 1 bis 1 1/2 DIN A 4 Seiten.

Verschicken Sie die Pressemitteilung gleichzeitig an alle in Frage kommenden Zeitungen, Zeitschriften, Fachblätter und auch an Radio- oder Fernsehstationen. Der Grundaufbau einer Pressemitteilung lässt sich auch gut für Leserbriefe verwenden, in denen Sie Ihre persönliche Stellungnahme zu allgemeinen wirtschaftspolitischen Fragen oder zu spezifischen Problemen Ihrer Region der ansässigen Zeitung mitteilen.

Redaktion: Öffentlichkeitsarbeit der IHK Nord Westfalen

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Berthold Stein

Berthold Stein

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